DöTLINGEN - Bärbel und Rolf Rabba besitzen ihren MG B GT, Baujahr 1971, schon seit 25 Jahren. „Vor acht Jahren habe ich angefangen, ihn zu restaurieren, und wohl so an die 1200 Arbeitsstunden in das Fahrzeug gesteckt“, erzählt der Oldtimerfan aus Debstedt bei Cuxhaven. Ein wissendes Nicken der Ehe-frau bekräftigt diese Angaben. Gerade ist Rolf Rabba mit sei-ner Frau im Oldtimer-Konvoi auf der von Löwenzahn übersäten Wiese beim Kläner-Hof in Dötlingen angekommen. Hier ist Zwischenstation für die 136 Teilnehmer in 66 Oldtimer-Fahrzeugen, die sich an der 2. Charity Oldtimer-Tour der Bremer Wirtschaftsjunioren beteiligen.
Auf dem Kläner-Hof gibt es zur Mittagspause der rund 200 Kilometer langen Ausfahrt den bekannten Dötlinger Spargel. Startpunkt der Tour war in Bremen am Überseehafen, von dort ging es ausschließlich über Nebenstrecken über Lemwerder, Berne, Neuenkoop, Hatten, Ganderkesee bis nach Dötlingen. Die Rückfahrt führt anschließend über den südlichen Bereich des Landkreises bis Harpstedt und weiter nach Bassum.
„Nach dem Erfolg der ersten Charity Oldtimer-Tour sind wir über den guten Zuspruch in diesem Jahr mehr als erfreut“, fällt das Fazit von Sascha Füchtner vom Organisationsteam positiv aus. Gleichzeitig erklärt er, was es mit den Bremer Wirtschaftsjunioren auf sich hat: Hinter dem Begriff stehen junge Bremer Unternehmer und Führungskräfte, die sich ehrenamtlich für die Wirtschaft der Hansestadt einsetzen. Neben überregionalen Wirtschaftsthemen werden auch Projekte und Veranstaltungen initiiert – darunter auch die Oldtimer-Rundfahrt für den guten Zweck.
„Diesmal fließt der Erlös in ein therapeutisches Kinder-Reitprojekt ein“, berichtet Füchtner weiter: Unter dem Titel „Starke Kids durch Pferdestärken“ läuft ein Reitprojekt an der Grundschule „Am Wasser“ in Bremen, bei dem behinderte und nichtbehinderte Kinder betreut werden.
2011 gingen auf diesem Wege mehr als 7000 Euro an die „Bremer Engel“ (Erika Müller Stiftung).
Als „prima Idee“ bezeichnen auch Steffi und Jürgen Gutjahr aus Bremen die Charity-Tour. Mit einem knallroten Karmann Ghia, Typ 14, aus dem Baujahr 1970, ist das Bremer Paar mit ihren 44 PS nach Dötlingen gefahren. Seit zwei Jahren besitzen sie den Oldtimer, der vorher einer 85-jährigen Dame in Berlin gehört hatte. Den Wagen habe sie nur abgeben wollen, wenn sie ständig erfahre, was mit dem Oldie gemacht werde.
Am Ende treten alle zufrieden die Rückfahrt an. Wohl wissend, eine leckere Mahlzeit genossen und gleichzeitig mit der Rundfahrt etwas für den guten Zweck getan zu haben – und natürlich den wohlgehüteten alten fahrbaren Untersatz in würdigem Rahmen bewegt zu haben.
