Dötlingen - Viren sind auf dem Vormarsch. Coronavirus und Grippe-Viren stehen aktuell als Infektionsgefahr für den Menschen in den Schlagzeilen. Aber auch bei Tieren ist die Gefahr einer Virusinfektion steigend – speziell sind Pferde betroffen. Vor diesem Hintergrund hat die Tierarztpraxis Dötlingen Pferdebesitzer zum Informations- und Vortragsabend in das Landhotel Dötlingen eingeladen, zu dem 100 Zuhörer erschienen.
Die Erreger
Tierärztin Indira von Rothenburg von der Firma Zoetis mit Sitz in Berlin berichtete über die Immunisierung gegen das neu auftretende West-Nil-Virus (WNV), aber auch über Herpes-, Tetanus- und Influenza-Impfmöglichkeiten. Wie die Tierärztin aufzeigte, wird der West-Nil-Virus seit 2018/2019 hierzulande bei Pferden nachgewiesen. Die Tendenz sei rasant steigend. Die WNV-Infektion wird durch Mücken übertragen. Als natürliches Erregerreservoire dienen Vögel. Sticht eine Mücke einen infizierten Vogel, wird sie zum Träger des Virus und gibt diesen wiederum ans Pferd weiter. Eine Übertragung von Pferd zu Pferd ist nicht möglich. Aber die Mücken können auch Menschen stechen und den Virus übertragen. Bisher sei hier aber kein Fall bekannt, dass ein Mensch daran erkrankt sei, informierten die Referenten.
Die Auswirkungen
Wie Indira von Rothenburg erklärte, würden die meisten infizierten Pferde keine Symptome zeigen. In anderen Fällen kann der kleine Mückenstich lebensgefährliche Auswirkungen haben. Die Viren können Veränderungen in Gehirn und Rückenmark verursachen. Hochgradige Bewegungsstörungen wie Stolpern und Hinterhandsschwäche bis hin zu Lähmungen seien die Folge. Trotz intensiver Behandlung würden bis zu 50 Prozent der erkrankten Pferde sterben oder es bleiben Folgeschäden zurück.
Die Bekämpfung
Die gute Nachricht ist, dass gegen das WN-Virus immunisiert werden kann. Doch bis der Schutz besteht, dauert es mindestens vier Wochen und er sollte vor der Mücken-Saison (April) stattfinden. Deswegen rät Tierarzt Dr. med. vet. Thomas Möller dazu, eine Impfung zeitnah ausführen zu lassen. Bislang hätten etwa zehn Prozent die Impfmöglichkeit in seinem Praxisbereich genutzt.
„Impfen ist auf jeden Fall kostengünstiger als eine Therapie“, betonte von Rothenburg. Das gelte auch für die unterschätzte Herpesvieren-Infektion. Laut der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) gehören die Impfungen gegen Tetanus, Influenza und Herpes zu den drei Core-Impfungen, die jedes Pferd haben muss. Hinzu kommt jetzt das West-Nil-Virus.
Tetanus-Immunisierung schützt bei Verletzungen beispielsweise auf der Weide. Die Influenza-Impfung gehört wegen der hohen Ansteckungsgefahr ebenfalls zur Impfroutine. Das hochansteckende Equine Herpes Virus kann dagegen bei Pferden zu Fehlgeburten, Atemwegserkrankungen oder neurologischen Störungen führen. Geimpft werden muss hier gegen die Virusstämme EHV 1 sowie gegen EHV 4.
