DöTLINGEN - „Konbanwa“ – mit diesem japanischen Gruß wünschte Heinrich Willms am Freitagabend im Schützenhof „Unter den Linden“ in Dötlingen den knapp 20 Teilnehmern des „Japanischen Abends“ einen „Guten Abend“. Vom 1. bis 30. November 2010 weilte Willms in Japan. Damit erfüllte sich der Dötlinger einen lang gehegten Wunsch. Auf „eigene Faust“ erkundete der Tourist das asiatische Land und lernte dessen Menschen kennen. Davon hatte Willms einiges zu berichten.
Als Seemann schon da
„Ich war vor 45 Jahren als Seemann in Japan. Unser Frachtschiff löschte Ladung, und ich konnte zum ersten Mal das faszinierende Land, wenn auch nur kurz, betreten“, erinnerte sich Heinrich Willms. Familie und Beruf hielten den Globetrotter danach von Japan fern. Erst nach dem Tod seiner Frau im Jahr 2008 beschäftigte sich Willms wieder mit dem Gedanken, Japan erneut zu besuchen.
„Der Aufenthalt wurde von mir akribisch vorbereitet“, sagte Willms. Tatsächlich erwarb er sogar Grundkenntnisse der Sprache. Im Internet wurden die Besuchsorte sorgfältig ausgewählt und auch die Übernachtungen an den touristisch attraktiven Orten vorbestellt. Das alles auf eigene Faust, denn Willms wollte abseits von touristischen Massenangeboten das Land kennenlernen. „Ich kann das nur empfehlen, intensiver kann eine Auslandsreise wohl kaum sein.“ Man sei auf sich gestellt und lerne so unweigerlich schnell neue Menschen kennen. Zur Vorbereitung gehörte auch der Umgang mit den Stäbchen, ohne die Essen in Japan kaum möglich ist.
Rund 1000 Fotos brachte Willms aus dem Land der aufgehenden Sonne mit, 80 davon stellte er den Besuchern im Schützenhof mit den dazu gehörigen Kommentaren vor.
Immer wieder Buddhas
Der Start erfolgte in Tokio. Zwei Fotos zeigen den beeindruckenden Blick vom Tokio-Tower über die Metropole. Dann sind es im Land immer wieder die großen buddhistischen Tempel, die Willms auf den Auslöser drücken lassen. „Ich hatte Glück und fast immer nur Sonne. So konnte ich faszinierende Lichtspiele mit der Digitalkamera einfangen.“ So wie beim Hasedera-Tempel oder dem großen Buddha von Kamakura.
Nicht fehlen durfte die Aufnahme von den „Drei Affen“, die den Spruch „nichts Böses sehen, nichts Böses hören, nichts Böses sagen“ symbolisieren. Der Kegon-Wasserfall mit einer Höhe von 95 Metern war ebenso Ziel wie der Landmark-Tower (298 Meter hoch) mit Blick auf Yokohama. Vom nördlichen Bereich Japans bis zur Südspitze der Hauptinsel erstreckte sich die vierwöchige Tour von Heinrich Willms. Immer wieder berichtete er von der freundlichen Aufnahme durch die Menschen, besonders wenn ihnen klar geworden war, dass der Besucher aus Deutschland sich mit Land und Leuten beschäftigt hatte und sich neben Englisch sogar auf Japanisch verständigen konnte. Auch der Bambuswald, die Inselwelt von Matsushimma oder der Friedenspark in Hiroshima, das Mahnmal von Nagasaki oder Weihnachtsdekorationen mit Osterhasen faszinierten die Zuhörer.
Küchenmeister Thomas Bötefür servierte im Anschluss das japanische Abendgericht mit Ramen (Nudelsuppe mit Schweinefilet), sautierten Jacobsmuscheln auf Kresse mit Misosuppe, gedämpften Frischkäse-Muffins und vorweg einem Sake als alkoholische Einstimmung.
