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Wettbewerb Goldmedaille: Gratulation per Glockengeläut

DöTLINGEN - Am liebsten hätte Pastor Hartmut Lübben die Glocken von St. Firminus gleich eine ganze Stunde läuten lassen. Doch das Fernsehteam auf dem Dötlinger Kirchplatz wartete schon darauf, das Interview mit Bürgermeister Heino Pauka zu führen. Aber auch so war das fünfminütige Glockenläuten am Freitag ungewöhnlich genug. Um 12.40 Uhr hatten die Glocken die mittägliche Stille im Geestdorf unterbrochen. Die einmalige Aktion passte zum einmaligen Anlass: Dötlingen hat die Goldmedaille beim 23. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen. Was viele nach der zwar völlig verregneten, aber gleichwohl starken Präsentation am 23. August gehofft hatten, ist in Erfüllung gegangen. Das Dorf ist einer der acht Sieger in diesem Wettbewerb.

Kurz nach 9 Uhr in der Früh herrschte bereits Gewissheit: In einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz stand der goldene Tag für Dötlingen schwarz auf weiß. Um 10.17 Uhr schlug die entsprechende Mail aus Berlin dann auch auf dem Rechner von Dötlingens Bürgermeister Heino Pauka auf. Dessen erste Reaktion: „Super. Wir sind glücklich und stolz auf Dötlingen.“

„Gutes Gefühl gehabt“

Pauka hatte schon nach den Schlussworten von Dr. Reinhard Kubat, Vorsitzender der Bewertungskommission, am 23. August im Püttenhus ein gutes Gefühl gehabt. Dieser hatte seinerzeit die Symbiose von Natur und Kultur in Dötlingen in höchsten Tönen gelobt. „Das hätte er nicht sagen müssen. Da habe ich mir schon berechtigte Hoffungen gemacht, trotz des Wetters.“

Mit dabei im Rathaus: Jörn Franke, Walter Ulrich und Gunter Oltmann vom Arbeitskreis, der bei den Wettbewerben die Fäden gezogen hat. Ihr erster Anruf galt Eckehard Hautau, Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins und derzeit in Urlaub. So erfuhr Hautau zumindest als einer der ersten die frohe Kunde.

„Ich habe fest damit gerechnet“, gestand Jörn Franke. „Wir waren in allen Bereichen so breit aufgestellt. Natur, Tourismus, Kultur, die Ausein­andersetzung mit der Vergangenheit und vieles mehr.“ Er hat in den vergangenen Wochen via Presseberichte im Internet den Besuch der Bewertungskommission in den anderen 29 Orten intensiv verfolgt. Manche hätten die Jury da in alten Uniformen empfangen, was in den Augen von Franke kaum ein zukunftsträchtiges Bild ist. „Wir haben auf die Zukunft bei unserer Präsentation gesetzt“, so Franke, „das war prima“. Für das Dorf sei die Auszeichnung eine tolle Sache. „Ich wäre so enttäuscht gewesen, wenn wir nur Silber bekommen hätten“, erzählte der Dötlinger.


Lob an Dorfgemeinschaft

Die Freude über den Erfolg war natürlich groß, so auch in der Mittagszeit auf dem Kirchplatz in Dötlingen. Dabei war es eher ein Gefühl der Genugtuung und des Stolzes darüber, dass sich der große Aufwand im Vorfeld und die Vorarbeit gelohnt haben, als lautstarker Jubel.

Eine große Überraschung zauberte plötzlich noch Walter Ulrich hervor: eine goldene Rose. Die hatte ihm ein Dötlinger Bürger spontan zugesteckt, um sie dem Bürgermeister am Tag der Goldmedaille als passendes Dankeschön in die Hand drücken zu können. Pauka war reichlich verblüfft: „Ich weiß gar nicht, wie mir geschieht.“ Schließlich habe er lediglich einen kleinen Wortbeitrag bei der Präsentation dazugesteuert. Das Lob gebühre den Dötlingern, die ihr Dorf so gut präsentiert hätten.

Ulrich Suttka
Ulrich Suttka Kanalmanagement
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