DöTLINGEN/WILDESHAUSEN - In Ernsts Gasthof in Zwischenbrücken nahm am 28. Januar 1949 alles seinen Anfang: 94 Frauen aus Wildeshausen und Dötlingen hatten sich versammelt, um den Landfrauenverein Wildeshausen-Dötlingen aus der Taufe zu heben. Maßgeblich hatte der damalige Direktor der Landwirtschaftsschule, Georg Thyn, dieses Vorhaben initiiert. Folgliche eröffnete er die Gründungsversammlung. Die 1. Vorsitzende des Oldenburgischen Landfrauenvereins, Frau Garbade (Gut Nutzhorn), erläuterte dann Bedeutung, Ziel und Organisation des Landfrauenvereins. Vieles davon ist auch 2009 noch aktuell, wie sich beim Rückblick des Landfrauenvereins zu seinem 60. Geburtstag zeigt.
Viele Themen
„Der Zusammenschluss der Landfrauen war im Hinblick auf die kommenden, schweren Zeiten erforderlich“, heißt es in der Chronik über die Gründung. „Der Verein war – und ist – unpolitisch und überkonfessionell. Er will die Förderung der Landfrau durch Vorträge, Schulung, Erfahrungsaustausch usw.“ Anschließend wurde Gerda Stöver aus Aldrup am 28. Januar 1949 zur 1. Vorsitzenden gewählt. Ihr zur Seite standen Martha Hoffrogge (Dötlingen) als 2. Vorsitzende, Hanna Thyn (Wildeshausen) als Schriftführerin und Anne Becker (Wildeshausen) als Kassenführerin. Auch für viele Ortschaften, wurden schon Vertrauensfrauen gewählt.
Der erste Vortrag fand am 16. März 1949 in „Stührmanns Hotel“ an der Huntestraße statt: „Kükenaufzucht und Geflügelhaltung“ war das Thema. Die Praxisnähe dominierte in jenen Nachkriegszeiten: Obstverwertung und Einmachen, Besichtigung der Molkerei Wildeshausen, Energieversorgung im Landhaushalt und die neuesten Elektrogeräte. Auch ein Ausflug nach Oldenburg und der Besuch der Operette „Die Fledermaus“ gehörten zum Programm. „Der Blick über den berühmten ,Tellerrand’ durch Vorträge und Besichtigungen waren schon damals und sind auch heute noch maßgeblich“, so der Landfrauenverein. Er widmete sich in den ersten Jahren auch der Unterstützung der Menschen in der damaligen Ostzone, späteren DDR, ebenso den Kriegsversehrten.
Mehrtägige Reisen
1953 wurde Gerda Stöver aus Aldrup auch zur Kreisvorsitzenden gewählt. Nach ihrem Tod im Jahr 1962 wurde Martha Hoffrogge aus Dötlingen zur Nachfolgerin als 1. Vorsitzende für Wildeshausen-Dötlingen gewählt.
1966 erfolgte die erste Modenschau mit der Firma Leffers: „Hübsche Modelle aus Jersey, die in allen Größen tragbar sind“. Diverse Modenschauen sollten folgen. Auch Gesundheitsthemen wurden jetzt vermehrt angeboten. 1966 gab es einen erneuten Vorstandswechsel: Gisela Ahlers (Düngstrup) wurde die 1. Vorsitzende. Ende der sechziger Jahre begannen die ersten Mehrtagesfahrten, die sich später größerer Beliebtheit erfreuten. Als Vereinslokal diente bis 1982 der „Hannoversche Hof“. Danach wechselte der Verein endgültig in das Hotel Stadt Bremen (Wolters).
In den 70er Jahren gewann das Thema „Jugend“ an Bedeutung. 1977 gab es die erste Podiumsdiskussion zum Thema: „Abschluss der Sekundarstufe I – was dann?“ 1991 gab Gisela Ahlers nach 25 Jahren ihr Amt als 1. Vorsitzende ab an Anke Johannes (Bühren). Obwohl mittlerweile ein Großteil der Frauen keinen landwirtschaftlichen Hintergrund mehr hat, fließen auch immer noch Informationen aus der Landwirtschaft an die Mitglieder.
Vorstandsteam
Ein „Höhepunkt“ der neunziger Jahre war der Landfrauenmarkt in Pestrup 1994. Rund 3000 Besucher waren voll des Lobes über das vielfältige Angebot.
2006 waren zuletzt Wahlen zum Vorstand. Zum ersten Mal in der Vereinshistorie gibt es statt der 1. Vorsitzenden ein gleichberechtigtes „Vorstandsteam“: Lisa Vosteen, Hildburg Liebig und Hella Pauley. Die erste Herausforderung für den neuen Vorstand war der „Tag des offenen Hofes“ 2006 in Neerstedt. Mehrere tausend Besucher wurden mit Erdbeerkuchen und Kaffee versorgt.
Geburtstagsfeier
