Dötlingen/Wildeshausen - Die Impfquote bei Schulanfängern im Landkreis Oldenburg ist im Jahr 2019 in den Gemeinden Dötlingen und Großenkneten an niedrigsten gewesen. Das ergab die Auswertung des Gesundheitsamtes, die Dr. Matthias Peiler am Dienstag im Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreistages vorstellte. Dort informierte er über das am 1. März in Kraft tretende Masernschutzgesetz.

Bei der Impfquote schnitten die Gemeinden Ganderkesee und Wardenburg sowie die Stadt Wildeshausen am besten ab. Das führte Peiler auf die dortige gute Versorgung mit Kinderärzten zurück. Die bezeichnete der Arzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin insgesamt im Landkreis Oldenburg als schlecht.

Nach Darstellung von Peiler kann die Ausbreitung von Masern unterbunden werden, wenn mehr als 95 Prozent der Bevölkerung immun sind. Bei den Schulanfängern liege die Quote im Landkreis bei etwas über 90 Prozent. Der Mediziner war optimistisch, dass am Ende der Übergangsfrist am 31. Juli 2021 die angepeilte Quote von 95 Prozent erreicht ist. In den nächsten anderthalb Jahren müssen alle Personen, die in Kitas und Schulen arbeiten, lernen und betreut werden, geimpft sein. Ansonsten wird das Gesundheitsamt eingeschaltet und es drohen Zwangsgelder. Ausnahme: Kinder unter einem Jahr, Personen, die die Impfung nicht vertragen und vor 1970 Geborene.

Nach Darstellung von Peiler verschlechterte sich die Impfquote ab dem Jahr 2014. In erster Linie machte er dafür den Zuzug von Migranten und Flüchtlingen verantwortlich. Oft seien es Unwissenheit und Nachlässigkeit, weshalb Kinder bei der Einschulung nicht gegen Masern geimpft sind. Die Quote der Impfverweigerer bezifferte Peiler auf ein Prozent.

Idealerweise erfolgten die beiden Masernimpfungen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen beim Kinder- oder Hausarzt. Es gebe durch Zuzug aber viele Quereinsteiger in unser Gesundheitssystem. In diesem Personenkreis sei die Impfquote gering. „Es gibt Familien, die muss man an die Hand nehmen“, so Peiler. Ein Grund dafür seien Sprachbarrieren, ein anderer kulturelle Unterschiede.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg