DONNERSCHWEE - Die Welt kennenlernen, neue Freunde gewinnen und in fremden Ländern arbeiten: Das bietet der Europäische Freiwilligendienst der Europäischen Union. Seit zwei Jahren ist der Oldenburger Verein Jugendkulturarbeit ein Kooperationspartner dieses Programms. Über seine Vermittlung werden junge Leute ins Ausland vermittelt, um dort in kulturellen oder sozialen Einrichtungen zu arbeiten. Der Verein betreut aber auch Jugendliche, die aus anderen Ländern nach Oldenburg kommen.
Einer von ihnen ist Davide Leonardi. Der 28-jährige Italiener war ab Juli 2009 für ein Jahr als sogenannter Volontär im Verein engagiert. Er wirkte im Theater „Rollentausch“ (ein Projekt der Jugendkulturarbeit) mit und entwickelte mit Kindern der Ganztagsgrundschule Ohmstede ein Theaterstück.
Seit 2008 neun Volontäre
Dem jungen Mann haben die Arbeit und Oldenburg so gut gefallen, dass er sich um eine Weiterbeschäftigung bemühte. Mit Erfolg: Nachdem er nach seiner Rückkehr in Italien das Lehramtsstudium an der Universität von Bologna abgeschlossen hatte, wurde er von der Jugendkulturarbeit als neuer Mitarbeiter eingestellt. Zusammen mit der Jahrespraktikantin Lisa Diddens (21) aus Aurich kümmert er sich nun um den Bereich Europäischer Freiwilligendienst.
„Oldenburg ist eine tolle Stadt“, schwärmt der Italiener. Begeistert ist er vom großen kulturellen Angebot. „Und die Menschen hier sind direkt und fair“, findet er. Oldenburg als Ort für seinen Freiwilligendienst habe er sich allerdings nicht persönlich ausgesucht. Ihm sei nur wichtig gewesen, nach Deutschland zu kommen, um Deutsch zu lernen. Bereut habe er es nicht.
Laut Lisa Diddens sind seit 2008 bereits neun Volontäre aus verschiedenen Ländern (neben Italien aus Litauen, Türkei, Spanien, Frankreich, Polen und Bulgarien) nach Oldenburg gekommen, um ihre Ideen und Hilfe für die Projekte des Vereins Jugendkulturarbeit anzubieten. „Die Erfolge sind enorm. Wir haben mit diesen Jugendlichen zum Beispiel das Internationale Jugendprojekthaus Oldenburg realisieren können.“ In dem Haus in der Kranbergstraße 55 (auf dem Gelände der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne) sind die Gäste auch untergebracht. Ihr kompletter Aufenthalt wird von der EU finanziert. Teilnehmen können 18- bis 30-Jährige.
Viele Dokumente vorlegen
Genaue Informationen zum Europäischen Freiwilligendienst gibt es in einem Seminar am 10. und 11. Dezember im Jugendprojekthaus. Davide Leonardi wird es leiten. „Man muss ganz schön viele Dokumente vorlegen, wenn man an dem Programm teilnehmen möchte“, erzählt er. Alles Wissenswerte dazu vermittelt der 28-Jährige in dem Seminar. Wer daran teilnehmen möchte, kann sich melden unter Tel. 380 12 60 per E-Mail an l.diddens@jugendkulturarbeit.eu oder d.leonardi@jugendkulturarbeit.eu.
