DONNERSCHWEE - Ihr Faible fürs Formen und Gestalten erkennt man sofort, wenn man den Garten von Elsa und Werner Müller betritt. Groß ist er nicht, nur etwa 250 Quadratmeter, macht aber auf den Gast, der vom Wohnzimmer auf die Terrasse blickt, sofort einen imposanten Eindruck. Durch das viele Grün und einen riesigen Mammutbaum ist die Grenze zum Nachbarn kaum zu erkennen.
„Ich habe schon immer eine Leidenschaft für den Garten gehabt. Aber er darf nicht zu groß sein. Ich muss das im Griff haben“, erklärt Elsa Müller. Ein gutes Händchen hat die frühere Bankangestellte für die Gartenschere. Mit Leidenschaft beschneidet sie die vielen Buchsbäume, die überall im Garten zu entdecken sind – in den Beeten, in diversen Töpfen und Amphoren. „Mir macht das Schnibbeln Spaß“, sagt die 70-Jährige. Kugelrunde Buchsbäume gibt es hier und welche, die sich schlängeln. „Wenn ich das Resultat sehe, dann ist das ein Erfolgserlebnis für mich“, so Elsa Müller.
Nicht minder handwerklich begabt ist ihr Mann. Der ehemalige technische Angestellte des früheren Staatshochbauamtes hat hier nicht nur alle Pflasterarbeiten erledigt, auch der Brunnen neben dem von Blauregen überwucherten Pavillon ist Marke Eigenbau. „Die Feldsteine dafür haben wir im Boden gefunden, als wir 1979 unser Haus gebaut haben“, erzählt der 74-Jährige. Ein weiteres Schmuckstück vor dem Brunnen ist eine Stehle: Sie wird von einem Ginkgo-Blatt gekrönt. „Das hat der Oldenburger Bildhauer Eckart Grenzer aus einem der Feldsteine gemacht“, so Elsa Müller. Ein Gegenstück, ein echter Ginkgo-Baum, steht in der Nähe.
Auch bei Hitze ist es in der Sitzecke unter dem Pavillon schön kühl: Der Blauregen wirft Schatten. In diesem Jahr hat er mächtig geblüht. Zurzeit ist er voller bohnenähnlicher Früchte. Die Sitzecke auf einem gepflasterten Podest am anderen Ende des Gartens wird von einem wunderschönen Trompetenbaum überdacht. „Sonnenschirme brauchen wir nicht. Die stellen wir nur bei Gartenpartys auf“, sagt Elsa Müller.
Blühendes in den Beeten ist nicht die Sache des Donnerschweer Ehepaares. „Früher hatten wir auch Fleißige Lieschen und Geranien, aber nach einem großen Sturm im Jahr 1998 haben wir den Garten umgestaltet“, berichtet Werner Müller. Damals waren von mehreren Bäumen große Äste abgebrochen. Es wurde Ersatz gekauft: zum Beispiel der Mammutbaum. „Er ist mittlerweile fast 20 Meter hoch. Wir haben nicht geahnt, dass der so groß wird“, sagt der Hausherr.
Grün ist nach der Neugestaltung die vorherrschende Farbe. Sie wird durch die Blütenstände der Bäume und durch einige wenige Blumen in Töpfen unterbrochen. Verschiedene Skulpturen und ein alter Brunnen, in dem es plätschert, dekorieren diese Wohlfühl-Oase.
Arbeit macht der Garten schon, sagen die Müllers. „Eine Stunde am Tag sollte man was tun. Aber es sieht hier auch gut aus, wenn man mal 14 Tage lang nichts macht.“ Sie haben eben alles gut im Griff.
