DONNERSCHWEE - Nur noch wenig erinnert an Gastronomie. Der Tresen mit dem Zapfhahn steht noch, an der Wand hängt eine Preistafel. Das letzte Kölsch kostete 1,70 Euro. Doch seit vor wenigen Wochen die „Umbaubar“ aus dem ehemaligen Hotel Hegeler am Pferdemarkt aus- und weiterzog, ist endgültig Schluss. „Mehr als 30 Jahre habe ich den Betrieb gut bewirtschaftet, aber jetzt reicht es“, begründet der ehemalige Besitzer Gerd-Olaf Müller seine Entscheidung. Bereits vor zwei Jahren, im Sommer 2009, hat er das Hotel dicht gemacht und verkauft.
Dort wo einst Gäste übernachteten, entstehen nun sieben Wohnungen und ein Büro. Neuer Eigentümer ist der Mitinhaber der Umbaubar, Bernd Feeken. „Für den Standort spricht seine Zentralität. Innenstadtnahes Wohnen ist gefragt“, sagt er. Auf dem 1400 Quadratmeter großen Grundstück an der Donnerschweer Straße sind die Arbeiten bereits in vollem Gange. Der hintere Gebäudebereich wurde abgerissen. Die ersten fünf Wohnungen mit einer Größe zwischen 85 und 130 Quadratmetern sollen im Juni bezugsfertig sein. Der vordere Trakt mit dem Haupthaus bleibt Feeken zufolge erhalten, wird aber zunächst einmal kernsaniert. Dort sollen dann zwei weitere Wohnungen sowie ein Büro entstehen. „Die Fassade wollte ich auf jeden Fall bewahren, sie passt gut ins Ensemble“, befürwortet Feeken eine Kombination von Alt und Neu.
Gerd-Olaf Müller bedauert seine Entscheidung nach eigenem Bekunden nicht. „Ich hätte viel investieren müssen und hatte keine Lust mehr dazu“, erzählt der 69-Jährige. Von 1902 bis zur Aufgabe 2009 befand sich das Hotel im Familienbesitz. Müller selbst stieg 1960 nach seiner Lehre in den Betrieb der Eltern ein. Das Hotel bot 16 Zimmer, ein Restaurant und eine Kegelbahn. „Hauptsächlich Dienstreisende oder Bahnmitarbeiter haben bei uns übernachtet“, erinnert sich der Inhaber.
Ein Treffpunkt war Hegeler auch für Vereine. Doch Stammtische und Kegelclubs kamen in die Jahre, mit der Zeit blieb ein Großteil des Publikums weg, erzählt Müller. Ein Grund mehr für ihn, den Betrieb einzustellen und umzuziehen. „Ich freue mich jetzt auf die neue Wohnung nebenan“, sagt der Hotelier. Denn bald werden auch Tresen, Zapfhahn und Preistafel in der früheren Bar verschwunden sein.
