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VEREIN Hier gucken alle auf die Sterne

DONNERSCHWEE - Seit 1992 gibt es die Sternfreunde. Ein Himmelsphänomen löste die Vereinsgründung aus.

Von Susanne Gloger

DONNERSCHWEE - Das Universum, unendliche Weiten: Da gibt es viel zu entdecken – auch über Oldenburg. Die Astronomische Vereinigung Sternfreunde Oldenburg untersucht aber nicht nur den Himmel über der Stadt. „Ein Highlight für mich war die Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis 1999 über Rumänien“, schwärmt der Vereinsvorsitzende Bernward Große heute noch. Für die nächste „Totalität“ hat der 58-Jährige sich schon Flugtickets gebucht. „Die ist am 29. März über der Türkei zu sehen.“

Ein Phänomen am Himmel löste auch die Vereinsgründung aus. Zum Zeitpunkt der letzten Wiederkehr des Kometen Halley in den Jahren 1985 und 1986 traf sich eine Gruppe astronomisch Interessierter. Danach versammelte man sich immer mal wieder bei einem der Sternfreunde oder in der Landschaft zum Beobachten. 1992 wurde der Verein gegründet. Die Mitglieder kommen jetzt regelmäßig am ersten Mittwoch eines Monats um 19.30 Uhr im Lokal „Litfaß“, Lindenstraße 56, zusammen. „Interessierte sind herzlich willkommen“, betont Große.

Aber nicht nur diese Vereinsabende stehen auf dem Programm, es gibt Beobachtungsabende, die Arbeitskreise Astrofotografie und Sonnensystem und zurzeit ist man dabei, in Friesoythe-Gehlenberg eine Sternwarte zu bauen. „Im Herbst wird sie wohl fertig sein“, sagt der Vorsitzende.

Mit vielen Veranstaltungen geht der Verein auch in die Öffentlichkeit. Zum zweiten Mal organisiert er den Oldenburger Astronomietag (12. März, PFL), an wechselnden Orten lädt er Interessierte zu Beobachtungsabenden ein, und vielfach sind die Mitglieder in Schulen und Kindergärten gefragt. Leider habe der Verein keine Jugendgruppe mehr, bedauert Große. Es fehle jemand, der die leiten würde.


„Ich selber habe mich im Alter von ungefähr sieben Jahren für die Astronomie interessiert“, erinnert sich der Oldenburger. Sein erstes Teleskop baute er sich aus einer Pappröhre und ein paar Linsen. Als Erwachsener, mittlerweile Architekt, entdeckte er sein Faible für die Sterne wieder. Längst besitzt er auch wertvolles Equipment.

„Man sollte da nicht sparen. Denn, wenn man sich billige Teleskope aus China kauft, verliert man schnell die Lust an der Himmelsbeobachtung“, weiß Christoph Janssen, Schriftführer im Verein. Der Chemiker (41) hat sich auf die Atmosphäre der Planeten spezialisiert. Bernward Großes Schwerpunkt waren die Kleinplaneten. Und damit hat er auch wissenschaftliche Arbeit geleistet. „Ich habe einen Kleinplaneten gefunden, der eine erhebliche Bahnabweichung hatte.“ Vermerkt und veröffentlicht wurde diese Entdeckung vom astronomischen Institut Smith Sonian im US-Bundesstaat Washington.

„Amateur-Astronomen leisten wichtige Beiträge für Berufs-Astronomen“, sagt Christoph Jansen. Beispiel dafür seien die Beobachtungen der Sternenbedeckung durch den Mond, von veränderlichen Sternen oder Doppelsternen. „Das ganze Sonnensystem ist chaotisch“, so Bernward Große. Die Entdeckungen der Amateure würden wissenschaftlich ausgearbeitet – beispielsweise für die Korrektur der Zeitschiene.

Viele Berufsgruppen – nicht nur Akademiker – versammeln sich im Verein der Sternfreunde. Sie alle verbindet die Faszination für Sonne, Mond und Sterne, für die unendlichen Weiten.

Diese NWZ -Serie stellt Vereine aus Oldenburg sowie ihre Mitglieder, Aktivitäten und Erfolge vor. – Kontaktdaten zu vielen Vereinen aus Weser-Ems unter

@ www.nwz-online.de/verein

„Das ganze

Sonnensystem

ist

chaotisch“

Bernward Große
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