Lintel - Einen straffen Zeitplan hatte am Donnerstag die fünfköpfige Bewertungskommission bei der Besichtigung der Ortschaft Lintel. Das Dorf mit rund 380 Einwohnern nimmt auch in diesem Jahr am Gemeindewettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil.
Beim Dorfgemeinschaftshaus Lintel wurde die Jury dann auch von einer vierköpfigen Delegation empfangen.
Das ehemalige Schulgebäude werde regelmäßig von Vereinen genutzt, berichtete Renke Dählmann von der Dorfgemeinschaft Lintel. „Im Zuge der Dorferneuerung hätten wir uns gewünscht, das Haus zu modernisieren. Die Bauform ist noch relativ gut erhalten und noch nicht verbaut worden“, sagte er. „Wir sind da aber hart am Ball“, ergänzte Guido Einemann.
Neben der Kirchhatterin Ursel Wolff füllen Gunda Döbken (Wardenburg), Lisa Dirks (Ganderkesee), Hanno Naber (Großenkneten) und Arno Müller (Dötlingen) die Bewertungsbögen aus. Das von Verwaltungsmitarbeiterin Angelina Janzen begleitete Quintett startete zuvor um 7.30 Uhr. Erste Station war Wraggenort. Im Stunden-Rhythmus folgten Lintel, Altmoorhausen-Hemmelsberg und Hurrel.
In Lintel stellte Einemann nach der Besichtigung des Dorfgemeinschaftshauses seine Tischlerei der Jury vor. Der ehemalige Landwirtschaftsbetrieb wurde größtenteils in Eigenregie in eine Werkstatt umgewandelt. Im Rahmen einer privaten Dorferneuerung wurde zudem die Scheune des alten Bauernhauses wiederhergestellt.
Per Bus ging es weiter zur Schützenhalle. Unterwegs erfuhr die Jury, dass 14 Gewerbebetriebe rund 70 Arbeitsplätze in Lintel zur Verfügung stellen. „Es fahren also mehr Menschen zur Arbeit in den Ort rein als raus“, so Dählmann. Beim Dorfmittelpunkt, dem Schützenhaus, angekommen, berichtete Lintels Bezirksvorsteher und 2. Vorsitzender des Schützenvereins, Frank Tönjes, über die Fortschritte am Bau der Schützenhalle. Über 1300 ehrenamtliche Stunden wurden bislang hier investiert. Dabei helfe das ganze Dorf mit, so Tönjes. „Das Projekt hat eine Eigendynamik entwickelt“, jeder packe mit an, sagte der Bezirksvorsteher.
Im Anschluss ging es weiter zum Landwirtschaftsbetrieb von Renke Dählmann, der seit 100 Jahren im Ort ansässig ist. Danach erfolgte die Besichtigung des Fachwerkhauses und Gartens von Familie Haverkamp. „Früher war es ein alter Resthof. Die Substanz war von 1760. Den Hof wollten wir wieder neu aufsetzen“, so Birgit Haverkamp.
Am Ende der Tour, nach Besichtigung aller vier Dörfer, trug die Kommission um 14.30 Uhr ihre Ergebnisse im Huder Rathaus zusammen und entschied, für welche zwei Dörfer es im Juli auf Kreisebene weiter geht. In diesem Jahr wird dabei ein anderes Bewertungssystem angewandt. Anstatt Punkte vergebe die Jury jetzt Schulnoten, um eine gleichberechtigtere Bewertung zu ermöglichen, erklärte Janzen. Auch besondere Projekte gehen zusätzlich in die Bewertung mit ein.
