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Dorferneuerung Neues Reet schmückt altes Bauernhaus

GLANE - Für Privatinvestoren, die im Zuge von Dorferneuerungsmaßnahmen ihre Gebäude instand setzen, stellt das Land Niedersachsen vorerst keine Mittel mehr zur Verfügung. Hart traf es Annette und Andreas Mohlfeld, die ihr Bauernhaus in Nordenholzermoor (Gemeinde Hude) originalgetreu saniert haben (die

NWZ

  berichtete). Vor allem in der Wildeshauser Landgemeinde ist dies ein großes Thema. Gut gelaufen ist es dagegen bei Hermann-Georg Behrens in Glane.

Halbes Jahr Wartezeit

Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms „Auetal/Pestruper Heide“ hat der 46-jährige Landwirt das Reetdach des 1820 erbauten Bauernhauses neu eindecken lassen. „Das war noch gerade rechtzeitig“, erzählt er. Das Wasser drohte schon an einigen Stellen durchzukommen. Am 5. Januar 2010 hat er den Antrag auf einen 30-prozentigen Zuschuss aus Dorferneuerungsmitteln beim zuständigen Amt für Landentwicklung (GLL) in Oldenburg eingereicht. „Eine Ausschreibung war nicht erforderlich. Ich musste lediglich ein Angebot einholen, das auf Plausibilität geprüft wurde.“ Für die Verbunddorferneuerung bewertete das Planungsbüro Mumm & Partner jeden Hof. Auch für die Behrens-Immobilie mussten Kriterien wie „Krüppelwalmdach“, 40 Grad Neigung oder Reetdach festgehalten werden. Die Beurteilung „ortstypisch“ oder „ortsbildprägend“ war besonders wichtig. „Wir haben schließlich genau das gemacht, was uns vorgeschlagen wurde“, so Behrens. Mehr als ein halbes Jahr später – am 14. Juli 2010 – lag die Genehmigung vor. Weil der Landwirt aber schnell loslegen wollte, hatte er einen Antrag auf „vorzeitigen Maßnahmenbeginn“ gestellt. Das half: Die Mittel wurden bewilligt. „Offenbar erhält die Behörde auch nur peu ` peu das Geld“, mutmaßt er.

Im Frühjahr schließlich wurde die Südostseite neu mit Reet gedeckt. Die andere Hälfte war bereits in den 70er-Jahren gemacht worden.

Bewegte Vergangenheit

Damit nicht genug: Auf dem Gelände steht ein ortstypischer Spieker aus dem Jahr 1778. „Im 18. Jahrhundert war hier eine Schule für Glane, Heinefelde und Moorbek“, weiß Behrens. Später entstanden hier eine Wohnung für Knechte, eine Backstube und eine Waschküche. Doch seit den 70er-Jahren stand das Gebäude leer. Für Dach und Fenster beantragte der Glaner Landwirt Mittel aus dem Dorferneuerungsprogramm. Mit Erfolg: Das etwa sechs mal acht Meter große Gebäude erhielt ein neues Dach aus roten Tonpfannen. Die asbesthaltigen Eternitplatten wurden fachgerecht entsorgt. Um Mittel aus der Dorferneuerung zu erhalten, mussten die Fenster – natürlich mit Sprossen – aus heimischem Holz sein. Der Glaner Landwirt entschied sich für Kiefer.

Im Inneren des Spiekers sind noch die original Eichenbalken erhalten. Bei der Sanierung musste Behrens den Fußboden erneuern. Auch ein renovierter Ofen wurde eingebaut. Der Schornstein war bereits vorhanden. „Hier sollte einmal eine Räucherei entstehen“, erzählt der Landwirt unter Hinweis auf seine Tante Edith Bahlke. „Das hat aber nicht funktioniert.“

Auch die Elektrotechnik wurde erneuert und im Obergeschoss gedämmt. „Wenn man erst einmal anfängt, zieht das vieles nach sich.“ Derzeit dient der Spieker als Freizeitraum“. Aber wer weiß, wozu der Spieker noch einmal benötigt werde. Behrens zwinkert: „Ich habe drei Kinder. Da ist immer Bedarf.“

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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