Roffhausen - Ihr Hilfe ist so wichtig, aber kaum bekannt: Dorfhelferinnen kümmern sich um die Familie, den Haushalt und den Hof, wenn beispielsweise Mutter oder Vater krank sind oder die Familie aus anderen Gründen in eine Notsituation geraten ist. Die Dorfhelferin betreut und versorgt die Kinder, begleitet sie zum Kindergarten oder zur Schule, beaufsichtigt sie beim Spielen, sie kocht, kauft ein, führt den Haushalt und pflegt den Garten und kümmert sich um die Haustiere, wenn die Erfordernisse die übliche Nachbarschaftshilfe oder die Unterstützung durch Oma oder Schwiegermutter deutlich übersteigen.
Dorfhelferinnen helfen keineswegs nur auf dem Land oder im landwirtschaftlichen Betrieb, wie der Name vermuten lässt, sondern auch in der Stadt. Die Ausbildung ist umfassend und dauert fünf Jahre; die Inanspruchnahme entsprechend teuer. Krankenkassen legen daher enge Maßstäbe an, bis sie einer Familie den Einsatz einer Dorfhelferin finanzieren.
Das evangelische Dorfhelferinnenwerk ist eine diakonische Einrichtung; 80 Dorfhelferinnen gibt es landesweit, zwei davon sind für das nördliche Friesland und Wilhelmshaven zuständig, erklärt Annegret Specht die jetzt nach acht Jahren den Vorsitz im Kuratoriums-Vorstand des Dorfhelferinnen-Werks ebenso wie ihre Stellvertreterin Elke Rohlfs-Jacob abgegeben hat.
Nachfolgerinnen im ehrenamtlichen Kuratorium, das in der Verwaltungsstelle der evangelischen Kirche in Roffhausen tagt, sind Susanne Schmucker aus Friedeburg, Anja Melchers aus Cleverns sowie Erika Lübben aus Grafschaft. Die landesweit 28 Kuratorien sorgen dafür, dass die Arbeit der Dorfhelferinnen bedarfsgerecht organisiert wird und dass das Berufsbild und die Aufgaben der Dorfhelferinnen bekannter werden.
Im Bereich Friesland-Wilhelmshaven waren die Dorfhelferinnen in diesem Jahr bei rund 20 Familien im Einsatz, um in der Not zu helfen. Durchschnittlich fünf bis sechs Wochen greifen sie der Familie unter die Arme, wenn etwa die Mutter im Krankenhaus ist und zu Hause kleine Kinder versorgt werden müssen.
Wer die Unterstützung einer Dorfhelferin in Anspruch nehmen will, sollte sich vor einem Anruf bei der Krankenkasse beim regionalen Einsatzleiter Menke Fleßner ( Tel. 04944/94 720 oder E-Mail info@mr-nordwest.de) informieren.
