Frankfurt - Die Zwangsbeteiligung von Bankkunden an der Zypern-Rettung ist aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht auf andere Krisenstaaten übertragbar. „Zypern ist keine Blaupause, Zypern ist kein Wendepunkt in der Euro-Politik“, betonte Präsident Mario Draghi.
In Zypern werden erstmals in der Schuldenkrise private Bankgläubiger per Zwangsabgabe direkt an den Kosten für die Rettung maroder Banken und des verschuldeten Staates beteiligt. Er sei überzeugt, dass Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem, der von einer „Blaupause“ gesprochen hatte, falsch verstanden worden sei. Man könne Krisenstaaten nicht über einen Kamm scheren: „Spanien ist nicht Zypern, Irland ist nicht Spanien.“
Draghi sagte, die erwartete Konjunkturerholung sei mit Risiken verbunden. Den Leitzins beließ die EZB auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent.
