DREIBERGEN - Es war kurz vor 10 Uhr, als am Dienstagvormittag eine Gruppe von Fahrzeugen auf den Parkplatz des Seeschlösschens Dreibergen fuhr. Eine kurze Besprechung vor Ort, dann betraten zwölf Personen mit Koffern das Hotel am Nordufer des Zwischenahner Meeres. Rund drei Stunden hielten sich die Beamten der Zentralen Kriminalinspektion (ZKI) in den Büros auf, durchsuchten sie. Leere Umzugskartons wurden ins Hotel gebracht. Gegen Mittag trugen sie erste gefüllte Kartons in einen bereitstehenden Transporter, darin offenbar Akten und Daten.
Keine Festnahmen
Mit der Durchsuchung des Seeschlösschens Dreibergen zeitgleich waren Ermittler auch im Seehotel Fährhaus aktiv hat die Staatsanwaltschaft offenbar auf eine Anzeige reagiert. Es liege eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue zum Nachteil einer Firma in Bad Zwischenahn vor, teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Oldenburg, Carolin Castagna mit. Diese richte sich gegen einen verantwortlichen und zwei weitere Mitarbeiter. Auch außerhalb Bad Zwischenahns habe es Durchsuchungen gegeben, so die Sprecherin. Insgesamt seien es neun Objekte gewesen, darunter mehrere auch in Detmold, dem Sitz der Stührenberg Holding. Es habe sich um normale Durchsuchungen gehandelt, Beweismittel seien freiwillig herausgegeben worden Festnahmen habe es keine gegeben.
Diverse Beteiligungen
Geschäftsführer der HSD Betreibergesellschaft, die das Seeschlösschen führt und das Restaurant Graf Luckner gepachtet hat, sind Dieter und Nicole Stührenberg. Ihre Detmolder Holding hat in den vergangenen Monaten diverse Geschäfte in Bad Zwischenahn getätigt. Mindestens drei der aus dem Seeschlösschen transportierten Kartons trugen die Aufschrift Büro Brandhorst. Friedhelm Brandhorst ist seit einigen Wochen im Auftrag der Familie Stührenberg im Kurort tätig. Der Projektentwickler ist wegen Steuerbetrug und Untreue vorbestraft.
Hans-Georg Brinkmeyer, Inhaber des Seehotel Fährhaus, der das Restaurant Graf Luckner an die HSD Betreibergesellschaft verpachtet hat, sagte gegenüber der
