Wittenberge - Das Dreschen von Ähren, um Korn zu erhalten, aus dem schließlich Mehl gewonnen wird, konnten die Besucher beim Dreschfest des Heimatvereins „Vergnögde Goodheit“ Westerscheps auf dem Wurnbarg in Wittenberge erleben. Am Sonnabend wurde vorgeführt, wie sich die Gerätschaften in den vergangenen beiden Jahrhunderten verändert haben.

Bereits zum fünften Mal luden die „Smeerjungs“ des Heimatvereins Westerscheps, eine Gruppe von jetzt zwölf aktiven Männern im Alter von 18 bis 60 Jahren, zu dieser Veranstaltung ein. Sie haben in ihrer Freizeit alte Gerätschaften instand gesetzt, um die lange Tradition der landwirtschaftlichen Arbeit zu bewahren.

Die Vorführungen am Sonnabend auf dem Wurnbarg zeigten, wie mühselig vor gut zweihundert Jahren die Gewinnung von Korn war. Auf die Halme wurde mit einem Dreschflegel eingeschlagen, bis sich die Spreu vom Weizen trennte. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte übernahmen immer mehr Maschinen diese körperlich anstrengende Arbeit.

Im 19. Jahrhundert kamen die ersten Spitzdrescher zum Einsatz, die zumindest in kleineren Betrieben bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges im Einsatz waren, wie Gerold Deeken von den „Smeerjungs“ erklärte. In dieser Zeit fand auch eine Staubmühle ihre Verwendung, um das Getreide zu reinigen. Eine Schlagleistendreschmaschine, die ein Breitdreschen ermöglichte, rundete an diesem Nachmittag den Ausflug in die Geschichte der Korngewinnung ab.

Trotz des eher nassen Wetters fanden sich viele Interessierte auf der Anlage des Freilichtmuseums ein, um einen Blick auf die unterschiedlichen Gerätschaften zu werfen. Während bei der Remise die verschiedenen Geräte begutachtet werden konnten, wurde in der Brauchtumsscheune neben Getränken und Kuchen auch selbst gebackenes Schwarzbrot angeboten.


Für die „Smeerjungs“ ist das Jahr mit dem Dreschfest noch nicht beendet. Im Schuppen wartet eine Dreschmaschine aus den 1920er Jahren darauf, restauriert zu werden. Das Gerät der Firma Fricke aus einem Vorort von Hannover soll, so Gerold Deeken, nach Möglichkeit im kommenden Herbst erstmals während des Dreschfestes vorgeführt werden.