Vielstedt - Größer könnte der Kontrast kaum sein, den die Gemeinde Hude bot: Erst die Landtage Nord mit der landwirtschaftlichen Technik der Zukunft, ein paar Tage später eine Reise in die Vergangenheit, brachte es Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew bei seiner Begrüßung auf den Punkt. Für die Älteren sei es Erinnerung. Und die Jungen könnten einmal erleben, wie beispielsweise Kartoffeln aus der Erde geholt werden, sagte er. In ein riesiges Freiluftmuseum hatten de Frünn van de ole Landwirtschaft das Gelände um das Vielstedter Bauernhaus verwandelt und Tausende Besucher angelockt.
„Heute Abend gibt es Bratkartoffeln“, schmunzelte die Mutter von Rieke und Bjarne. Denn ihre Kinder ernteten begeistert – so wie viele andere – einige der Kartoffeln, die Michael Poppe und seine Mitstreiter im Frühjahr in die Erde gebracht hatten. Bei den Erwachsenen löste das manche Kindheitserinnerung aus, wie früher dadurch ein kleines Taschengeld verdient wurde.
Nebenan wurde derweil staunend beim Dreschen, bei der Heuernte, dem Korn mahlen oder Brotbacken zugeschaut. Da brannte der Schmied Erinnerungsholzscheiben für die Gäste, knatterte die 14 Tonnen schwere, restaurierte Dampfmaschine mit einem Lanz Bulldog, dem zum Start erst einmal manuell eingeheizt werden musste, um die Wette, lange Reihen alter Fahrzeuge konnten bestaunt oder eine Runde auf dem „fliegenden Teppich“ hinter dem Trecker gesurft werden. Besonders viel Spaß machte es den ganz jungen Besuchern, eigenhändig einen Trecker durch den Parcours zu lenken oder im Streichelzoo mit den Kaninchen auf Tuchfühlung zu gehen.
„Die Pferde schlafen noch“, begründete Peter Sattler lachend, warum der alte Pflug erst einmal von ihm und seinem auf dem Trecker fahrenden Kameraden Karl Bruns über den Acker bewegt wurde. Dabei standen die beiden schweren Belgier „Adonis“ und „Anni“ bereits in den Startlöchern, um zusammen mit ihrem Besitzer zu demonstrieren, wie das Pflügen mit zwei PS funktioniert.
„In Omsk haben wir auch so gewaschen“, schwelgte Lidia Eker in Erinnerungen und genoss es, Wäsche einmal wieder auf dem Waschbrett durchwalken zu können.
Als rundum gelungene Veranstaltung, die mit einem gut besuchten Trecker-Kino und einer 70er-Jahre-Party an den Tagen davor eingeläutet wurde, kann das Dreschfest auch dieses Mal wieder verbucht werden. Eine Wiederholung wird es in zwei Jahren geben
