Ganderkesee/Hude - Die Situation beim Pflegedienst des DRK-Kreisverbandes Jeverland ist keinesfalls auf den Landkreis Oldenburg übertragbar. Das erklärte DRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Vosteen auf NWZ-Anfrage. „Jeder Kreisverband ist eine selbstständig wirtschaftliche Einheit“, betonte er.
Fast alle Pflegekräfte des DRK-Kreisverbandes Jeverland haben gekündigt oder erwägen diesen Schritt, weil sie sich starkem Druck ausgesetzt sehen. Der Pflegedienst dort kann nur noch mit Hilfe von Kooperationspartnern die Patientenpflege bewältigen (die NWZ berichtete).
Der DRK-Kreisverband Oldenburg-Land hat nach Angaben Vosteens insgesamt etwa 400 Pflegekräfte beschäftigt – und zwar in den Seniorenzentren in Bookholzberg, Hude und Harpstedt sowie in der Sozialstation Hude und der Gemeindeschwesternstation in Harpstedt. „Es ist sehr schwer, examinierte Pflegekräfte zu finden“, erläuterte der DRK-Manager, „die Nachfrage ist wahnsinnig groß“. Daher sei die Fluktuation in diesem Berufsfeld vermutlich auch größer als anderswo, zumal der DRK-Kreisverband kein Tarifgehalt zahle.
„Wir wollen uns dem Tarif annähern“, sagte Vosteen. Beim Einstiegsgehalt gebe es keine Unterschiede mehr. Zudem lege das Deutsche Rote Kreuz großen Wert auf die Ausbildung. Pro Azubi kämen Kosten von jährlich rund 12 500 Euro auf den Kreisverband zu. Vosteen: „Das Geld investieren wir gern. Wer nicht rechtzeitig ausbildet, darf sich später auch nicht beschweren, wenn nicht mehr ausreichend Personal zur Verfügung steht.“
