Ramsloh - Vom Bau einer „Rennstrecke“ war seitens der Anwohner am Montag bei der Ratssitzung der Gemeinde Saterland die Rede. Gemeint ist der Ausbau der Straße „Utender Damm“ in Strücklingen – betroffen ist das Teilstück „Luks Tuun“ bis zur Straße „Vorm Moor“. Der Gemeinderat beschloss, dass die Fahrbahn auf vier Meter Breite und einer Länge von 1,37 Kilometern ausgebaut wird.
Schon jetzt würden die Autos und Lkws auf der Straße mit erhöhter Geschwindigkeit fahren, sagen die Anwohner. Zudem führt die Moorerlebnisroute dort entlang. Es gehe bereits eng zu, wenn Radfahrer sich auf der Straße befinden. „Jede Strecke, die wir ausbauen, wird schneller“, sagte 1. Gemeinderat Wilhelm Hellmann. Zunächst sei keine Geschwindigkeitsbegrenzung geplant, das sei Kreissache.
Dass bei der Straße etwas gemacht werden müsse, darüber war man sich einig. „Die Straße ist auf“, so Hellmann. Gleiches gilt für den „Kirchweg“ in Strücklingen. Hier soll der Ausbau auf dem Teilstück von der B 72 bis zur Straße „Vorm Moor“ in vier Metern Breite und einer Länge von 1,12 Kilometern erfolgen, beschloss der Rat. Das Teilstück zwischen „Vorm Moor“ und Gemeindegrenze soll nur noch für Fußgänger und Radfahrer zugänglich sein.
Der Ausbau der beiden Straßen, der im Investitionsprogramm für 2017 veranschlagt ist, erfolge aber nur, wenn es einen Zuschuss der integrierten ländlichen Entwicklung (ZILE) gebe, sagte Hellmann. Bis zum 15. Februar könne ein Förderantrag gestellt werden. Man müsse diese Chance nutzen, so Bürgermeister Hubert Frye. Wenn keine Mittel fließen, werde nur das Mindeste getan, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Bei einer Förderung würden die Anwohner erheblich finanziell entlastet, war man sich einig. Deshalb musste schnell eine Entscheidung her.
Verdruss gab es aber bei den Anwohnern, dass sie nicht im Vorfeld der Ratssitzung über den Straßenausbau informiert wurden. Eine Anliegerinformation soll in Kürze erfolgen, sagte Hellmann.
Zu den Kosten: Der Ausbau des „Utender Damms“ soll rund 608 000 Euro kosten. Bei einer Förderung von 63 Prozent (rund 383 000 Euro) kommt auf die Anwohner eine Beteiligung von 40 Prozent (225 000 Euro) zu. Die Gemeinde trägt davon einen Anteil von 60 Prozent (135 000 Euro), so dass für die Anlieger ein Anteil von 90 000 Euro verbleibt. Ähnliches gilt für den Ausbau des „Kirchweges“. Die Kostenschätzung beläuft sich auf 475 000 Euro, die Förderquote liegt bei 63 Prozent (circa 299 000 Euro), die Anlieger zahlen 40 Prozent (176 000 Euro). Die Gemeinde trägt davon einen Anteil von 60 Prozent (105 600 Euro), so dass für die Anlieger 70 400 Euro verbleiben.
Eine Disskussion entspann sich noch über die Art des Straßenausbaus. Man wolle keine „Flickschusterei“ mehr, sagte Gerd Dumstorff (CDU). Auf Antrag der SPD-Fraktion hatte die Verwaltung alternative Baumaßnahmen wie Schaumbeton oder Schaumglasschotter geprüft. Man werde alle Aspekte einbeziehen, sagte Frye.
