• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Scheichs geben Riesen-Airbus Auftrieb

19.01.2018

Dubai /Nordenham /Varel Das drohende Aus für den Airbus A 380 scheint abgewendet. Die arabische Fluggesellschaft Emirates will bei dem europäischen Flugzeugbauer bis zu 36 weitere Exemplare des weltgrößten Passagierjets ordern. Airbus-Verkaufschef John Leahy und Emirates-Boss Scheich Ahmed Bin Said al-Maktum unterzeichneten am Donnerstag in Dubai den erhofften Milliardendeal. Leahy gab sich überzeugt, dass Aufträge anderer Airlines folgen würden und das Flugzeug „bis weit in die 2030er Jahre“ hinein gebaut werde.

Der Vorvereinbarung mit Emirates sieht einen Festauftrag über 20 Maschinen und Optionen auf weitere 16 Exemplare des Riesenfliegers vor. Ohne den Auftrag hätte Airbus die Produktion des doppelstöckigen Riesenfliegers über kurz oder lang einstellen müssen, wie Leahy am Montag klargestellt hatte. Der europäische Luftfahrtriese hat seit Jahren mit schwacher Nachfrage nach seinem Flaggschiff zu kämpfen. „Mit der Bestellung wird die Stabilität des A380-Programms sichergestellt“, erklärte der Scheich.

Der neue Deal über 36 Jets kommt laut Preisliste auf einen Gesamtwert von rund 16 Milliarden US-Dollar (13,1 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen hohe Preisnachlässe üblich. An der Börse kam der Deal gut an. Die Airbus-Aktie erreichte zwischenzeitlich ein Rekordhoch von 92,56 Euro.

Die A 380 ist seit 2007 im Liniendienst und mit Platz für bis zu 853 Passagiere der größte Passagierjet der Welt. Airbus hatte sie damals mit großen Hoffnungen auf den Markt gebracht. Doch die meisten Fluggesellschaften setzen lieber auf mittelgroße Langstreckenjets. Diese lassen sich auch auf weniger gefragten Strecken rentabel einsetzen. Da sie mit zwei statt vier Triebwerken auskommen, sind sie auch günstiger zu warten. Die Folge für Airbus: Von insgesamt 317 georderten A380 hatte der Hersteller zum Jahreswechsel nur noch 95 Exemplare zu bauen.

Für Freude sorgte der neue Auftrag auch beim Luftfahrtzulieferer Premium Aerotec (u.a. mit Werken in Nordenham und Varel). In Nordenham werden Rumpfschalen für den Riesen-Airbus gefertigt. Von den rund 3000 Jobs in dem Werk sind etwa 90 in der A-380-Fertigung angesiedelt. Der Anteil der A-380-Fertigung an der Gesamtauslastung des Standorts liegt nach Unternehmensangaben bei rund drei Prozent.

Mit den 20 von Emirates fest bestellten Flugzeugen ist das A380-Programm bis etwa 2027 gesichert, hieß es. Sollten die 16 weiteren hinzukommen, wäre eine Auslastung bis mindestens 2029 erreicht. Premium Aerotec liefert neben den Rumpfschalen aus Nordenham noch weitere Bauteile. Dazu gehören Segmente für die Flügel und das Fußbodengerüst.