Düngstrup - Aus acht Alt-Windenergieanlagen mache vier und erzeuge damit noch mehr Strom: Um diese Zauberformel ist es am Samstag beim „Düngstruper Mühlenfest“ für die offizielle Einweihung des Repower-Vorhabens bei Wildeshausen gegangen. Landeigentümer, Vertreter der WestWind Entwicklungs- und Projektierungs GmbH & Co. KG, Bürgermeister Jens Kuraschinski und geladene Gäste feierten am Vormittag die Einweihung der fertiggestellten vier Anlagen Enercon E-115 des Windparks (WP) Düngstrup. Bei einem Rundgang konnten sich die Gäste einen Überblick über die Repowering-Aktion WP Düngstrup machen. Nachmittags war die Öffentlichkeit willkommen.

An der Windmühle Nummer vier wurde mit Festzelt, Buden und offener WE-Anlage zur Besichtigung eingeladen. Hier wurden die Dimensionen der neuen WEA deutlich. Der Kran der Firma Hüffermann, mit dem eine Gondelfahrt in luftige Höhen möglich war, machte deutlich, wie groß die neuen Windanlagen E-115 sind. Etwa am Ende des Kranturms waren bei den alten Anlagen die Naben der Windräder bei 69 Metern zu sehen. Man musste bei den Neuanlagen schon ein gehöriges Stück höher schauen, um auf 149 Metern Höhe die neuen Narben finden zu können. Insgesamt hat jede WEA eine Gesamthöhe von 205 Metern.

Während die acht Nordex N-60 Altanlagen mit jeweils 1,3 Megawatt Leistung rund zwölf Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugten, schaffen die vier Enercon E-115 jeweils 3 Megawatt. Das entspricht einer Jahresleistung von etwa 38 Mio. kWh/a und damit der Deckung eines Jahresstrombedarfs von rund 10 000 Haushaltungen.

„Damit kann der Strombedarf unserer Stadt in etwa gedeckelt werden“, freute sich Jens Kuraschinski. Nach der Begrüßung durch Projektierer Christian Meindertsma und einer Führung über das Gelände zusammen mit Gerard Meindertsma sowie Mitarbeitern von WestWind Energy aus Kirchdorf bei Sulingen, erinnerte Kuraschinski an die Anfänge zurück.

1990 sei die Errichtung eines Windparks in Düngstrup intensiv diskutiert worden. Das sei kein leichtes Unterfangen gewesen, so der Bürgermeister weiter. Gerd Hespe-Meyer sprach im Namen der Landeigentümer und Betreibergesellschaft vom richtigen Schritt. Ziemlich genau vor 20 Jahren habe man die acht Anlagen durch die Altgesellschafter umgesetzt. Jetzt zu repowern sei der logische Schritt gewesen, auch wenn es für die Anwohner eine Zeit lang mit baulichen Unannehmlichkeiten verbunden gewesen sei.


Christian Meindertsma hob in seiner Einführung die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung vor. An einer Anlage konnten Interessierte zunächst mit bis zu 30 000 Euro zeichnen. Von denen, die die volle Summe eingezahlt hatten, konnte noch einmal bis auf 42 000 Euro erhöht werden. In der Summe sind es 1,5 Mio. Euro, festgelegt auf zehn Jahre über einen Sparkassenbrief mit sicherer Verzinsung von vier Prozent. Jede Anlage verschlingt als Investition sechs Mio. Euro. Also runde 24 Mio. Euro für die vier WEA.

„Schließlich haben wir noch 5000 Euro überbehalten. Die sind am Freitag dem Landkindergarten Kleinenkneten als Spende für ein Vogelnest und anderes Gerät übergeben worden“, erläuterte Meindertsma.

Mit Mittagessen und vielen erläuternden Gesprächen fand die Vorstellung des neuen Windparks schließlich den Ausklang.