DüNGSTRUP - Gleich in zwei Versionen hatte Hergen Stolle den Jahresbericht 2011 dabei. Einmal auf Plattdeutsch und einmal in Hochdeutsch. „Ich bin noch in der grundschulischen Ausbildungsphase, was die Grammatik in Plattdeutsch angeht“, erklärte der Vorsitzende Heimatvereins Düngstrup am Donnerstagabend während der Jahreshauptversammlung im Vereinslokal Schönherr zur allgemeinen Erheiterung.
Im Vorjahr hatte Hergen Stolle die Vereinsgeschäfte vom langjährigen Vorsitzenden Hans Günter Voß übernommen. In guter Tradition wollte nun auch er den ausführlichen Jahresbericht auf Platt halten. Am Ende erhielt er von Peter Hahn – natürlich auch auf Platt – ein dickes Lob, hier in Hochdeutsch: „Du bist ein Jahr im Amt und hast gute Arbeit geleistet.“ Dies drückte sich auch in einem Zuwachs von 50 Vereinsmitgliedern aus. Das 400. Mitglied Stephanie Sander erhielt Anstecknadel und Blumengruß.
Bei den Ehrungen ernannte Stolle seinen Vorgänger Voß zum Ehrenvorsitzenden. „Du bist 24 Jahre im Vorstand tätig gewesen und hast den Verein zwölf Jahre geleitet.“ Ehrenmitglieder sind der Vorsitzende sowie Annegret Stolle, Ursula und Heinz Gärtner, Herbert Rademacher und Reinhold Stöver (in Abwesenheit). Bei den Vorstandswahlen ergaben sich keine Veränderungen. Erneut erhielten die zweite Vorsitzende Petra Maas, die erste Schriftführerin Ulla Debbeler und die erste Kassenführerin Gerda Hespe-Meyer das Vertrauen.
Im Jahresbericht berichtete Hergen Stolle vom Wiederaufbau des Schafkobens am Pestruper Gräberfeld nach der Brandstiftung Ende Februar, der Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen wie dem 800. Geburtstag des Dorfes Thölstedt und einigen Ausflüge. Er kritisierte die Unvernunft vieler Hundehalter, deren Tiere der Schafherde auf dem Gräberfeld zusetzten. Stolle hofft auf einen Leinenzwang, um die Wanderschäferei für eine Beweidung der Fläche wieder gewinnen zu können.
Im Ausblick betonte der Vorsitzende, dass sich der Vor-stand Einiges vorgenommen habe. Neben einem verbesserten Internetauftritt soll das Jahresprogramm aufgepeppt werden. „Unser Heimatverein soll ein Verein für Alt und Jung sein.“
Wanderkreiswart Peter Hahn berichtete von 14 Wanderungen auf insgesamt 158 Kilometer Länge und drei Radtouren mit 103 Kilometern. In diesem Jahr sind 13 Fußwanderungen geplant sowie drei Radfahrten.
Uwe Meyenburg wünschte sich für die Auftritte der Speelkoppel des Heimatvereins wieder mehr Zuschauer. „Vor drei Jahren hatten wir noch insgesamt 1000 Zuschauer. Jetzt liegt die Zahl bei 850. Einen weiteren Rückgang müssen wir vermeiden.“
Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung hielt Erhard Brüchert, Spiekerbaas und pensionierter Geschichtslehrer aus Ofen, einen Vortrag rund um den Begriff „Heimat“.
