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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Einzelhandel: Der große „Wumms“ bleibt aus

05.08.2020

Düsseldorf Einen Monat nach der Senkung der Mehrwertsteuer überwiegen im deutschen Einzelhandel Zweifel am Nutzen des milliardenschweren Steuergeschenks an die Verbraucher. Bei einer aktuellen Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) bewerteten nur 13 Prozent der Unternehmen abseits des Lebensmittelhandels die Steuersenkung als eine wirksame Hilfe zur Belebung des Konsums.

Starke Unterschiede zwischen Branchen

„Der Wumms, den man von der Mehrwertsteuersenkung erwartet hat, ist bei uns im Modehandel nicht angekommen“, berichtete der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Textil (BTE), Rolf Pangels. Den Begriff hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) Anfang Juni geprägt: „Wir wollen mit Wumms aus der Krise kommen“, sagte er nach der Einigung der Koalition auf ein milliardenschweres Konjunkturpaket.

Laut Pangels geht aber die Steuersenkung von drei Prozentpunkten bei den 30, 40 oder 50 Prozent Rabatt, die im Modehandel zu dieser Jahreszeit üblich seien, einfach unter. „Im Grunde verpufft das bei uns“, sagte der Branchenkenner. Hinzu komme, dass die Steuersenkung – wenn überhaupt – bei teuren Produkten wie edlen Anzügen oder eleganten Kleidern einen nennenswerten Vorteil für den Verbraucher bringe. Doch gerade die würden in Corona-Zeiten wegen des Ausfalls vieler Veranstaltungen und des Trends zum Homeoffice kaum gekauft.

Positiver fällt das Urteil in der Möbelindustrie aus. „Bei Möbeln spielt die Umsatzsteuer eine Rolle. Wenn sie bei einer Küche ein paar Hundert Euro sparen können, macht sich das bemerkbar und bringt den einen oder anderen dazu, zuzugreifen“, sagt der Geschäftsführer des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM), Jan Kurth.

Bei Elektronik- und Hausgerätehändlern überwiegt dagegen die Skepsis. „Wir haben noch keine gesicherten Informationen aus der Marktforschung, dass sich dadurch irgendetwas bewegt hat“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Handelsverbandes Technik (BVT), Joachim Dünkelmann. Im höherpreisigen Segment könne die Steuersenkung zwar durchaus Kaufimpulse geben. Doch werde es sich in vielen Fällen wohl nur um vorgezogene Einkäufe handeln, die sonst etwas später erfolgt wären.

Der Lebensmittelhandel brauchte eigentlich keinen zusätzlichen Rückenwind. Schließlich hat die Branche wie kaum eine andere von der Corona-Krise profitiert. Dennoch hatte die Mehrwertsteuersenkung gerade hier bisher wohl die größten Auswirkungen. Sie hat zwar keinen zusätzlichen Nachfrageschub in Supermärkten und bei Discountern bewirkt, aber einen Preiskampf ausgelöst, wie es ihn lange nicht mehr gegeben hat.

Gfk sieht Senkung nicht als Fehler

Ist die Mehrwertsteuersenkung also ein Fehler gewesen? Nicht unbedingt, glauben die Konjunkturexperten der Marktforschung GfK. Nach der jüngsten Konsumklima-Studie der Marktforscher leistet die Mehrwertsteuersenkung durchaus einen Beitrag zur raschen Erholung der Konsumstimmung in Deutschland. „Die Verbraucher beabsichtigen offenbar, geplante größere Anschaffungen vorzuziehen, was dem Konsum in diesem Jahr hilft“, sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

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