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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Warum Discounter auf Prominenz setzen

03.05.2019

Düsseldorf Aldi verkauft Wein von Günther Jauch und Wohnaccessoires von Wolfgang Joop. Lidl lockt mit Jeans und Tops von Heidi Klum. Und Penny hat sich Nena als Markenbotschafterin gesichert. Immer öfter setzen Deutschlands Discounter bei ihrer Werbung auf die Zugkraft von Prominenten.

„Die Discounter wollen so ihr Image aufwerten“, erklärt der Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU in Düsseldorf. Die sicher nicht ganz billige Zusammenarbeit mit Klum, Jauch oder Joop ermögliche es Aldi, Lidl und Co., für sie besonders attraktive Zielgruppen anzusprechen.

Das jüngste Beispiel der engen Bindung zwischen Promis und Discountern: Seit Donnerstag verkauft Aldi bundesweit 15 Bio-Produkte des Naturkostherstellers Schneekoppe vom Leinöl bis zum Bio-Müsli. Das Besondere dabei: Schneekoppe gehört seit 2018 dem Ex-Fußballer Philipp Lahm. Und der frühere Fußball-Weltmeister wird künftig auch als Markenbotschafter für Aldi auftreten. „Aldi schlägt hier gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Der Discounter profitiert vom guten Image von Philipp Lahm, und gleichzeitig kann er mit der Marke Schneekoppe seine Bio-Kompetenz stärken“, sagt Fassnacht.

Schneekoppe selbst kann den Rückenwind durch die Aufnahme ins Aldi-Sortiment gut brauchen. Das 1927 gegründete Unternehmen hat schwere Zeiten hinter sich und ist trotz seines bekannten Namens und des prominenten Besitzers noch immer dabei, wieder Tritt zu fassen.

Deutlich zurückhaltender als die Discounter im Umgang mit Prominenten als Werbeträger sind die großen deutschen Supermarktketten Edeka und Rewe. Ein Edeka-Sprecher betont, der Konzern setze „nur selten Prominente in der Werbung ein“. Wichtiger für den Konzern sei die Markenkampagne „Wir lieben Lebensmittel“, die die selbstständigen Edeka-Kaufleute in den Mittelpunkt stelle. Rewe hat zwar seit vielen Jahren den Fußballer Thomas Müller als Markenbotschafter. Doch auch die Zahl seiner Auftritte ist begrenzt.

Für Handelsexperte Fassnacht macht die Zurückhaltung von Edeka und Rewe durchaus Sinn. „Die großen Supermarktketten setzen deutlich weniger auf den Promifaktor als die Discounter. Sie brauchen den damit verbundenen Imagetransfer eigentlich nicht, denn ihr Qualitätsimage ist auch so schon sehr ausgeprägt“, erklärt er.

Ein anderer Punkt kommt noch hinzu: Die Suche nach dem idealen Werbepartner ist gar nicht so einfach. „Finden sie mal einen Promi, der das Spektrum zwischen 14- und 59-Jährigen abdeckt und bei dem keine Skandale zu befürchten sind“, sagt ein Rewe-Sprecher.

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