DüSSELDORF - Der WestLB (Düsseldorf) steht einem Notfallplan zufolge eine erneute Aufspaltung bevor. In Eigentümerkreisen wird eine Bankteilung in Betracht gezogen für den Fall, dass weder ein Komplettverkauf noch eine Landesbankenfusion zustande kommt. Dabei würde aus der WestLB ein verkleinerter Dienstleister für die gut 100 Sparkassen Nordrhein-Westfalens. Das verlautete aus Eigentümerkreisen am Montag nach einem weiteren Treffen von Vertretern des Landes Nordrhein-Westfalen, der Sparkassen und des Bundes.

Mit dem internationalen Geschäft und der Projektfinanzierung würden bei dieser Variante bisherige Aushängeschilder verkauft. Für mögliche Reste käme die Abwicklungsanstalt infrage.

Außerdem bereiten sich die WestLB-Eigentümer nach Informationen des „Handelsblattes“ auf einen möglichen weiteren Arbeitsplatzabbau vor. In den Gesprächen würden Grundzüge einer Auffanggesellschaft diskutiert. Das Land Nordrhein-Westfalen solle demnach einen Großteil der zusätzlichen Personalkosten tragen.

Derzeit prüfen vier Bieter die Bücher der Landesbank. Bis Freitag nächster Woche sollen sie konkrete Kaufangebote vorlegen.

Die WestLB steht wie keine andere deutsche Landesbank unter Zeitdruck. Sie muss nach EU-Auflagen bis Ende des laufenden Jahres mehrheitlich in neue Hände kommen oder mit einer anderen Landesbank zusammengehen. Ansonsten droht ab 2012 die Abwicklung. Bei der EU muss bis 15. Februar ein Sanierungsplan vorliegen. Aus EU-Sicht hat die WestLB bei der Auslagerung von Schrottpapieren in eine Abwicklungsanstalt unerwünschte Milliarden-Hilfen erhalten.