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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Trends: Bio-Boom in Corona-Krise

01.08.2020

Düsseldorf Bio boomt – besonders in der Corona-Pandemie. Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge stieg die Nachfrage nach Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung in den ersten drei Monaten der Corona-Krise deutlich stärker als die Umsätze im Lebensmittelhandel insgesamt. „Die Corona-Krise hat den Trend zu bewussterem Konsum anscheinend nicht gestoppt. Ganz im Gegenteil: Sie scheint ihn verstärkt zu haben“, urteilt GfK-Experte Robert Kecskes.

Mehr Käufe in Pandemie

Mit dieser Einschätzung steht er nicht allein. Das Informationsportal Ökolandbau berichtet von Rekordumsätzen im Naturkosthandel und einem Boom bei Bio-Abo-Kisten. Auch die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau (LVÖ) in Bayern beo­bachtet: „Immer mehr Menschen entscheiden sich beim Einkauf für Bio-Produkte.“ Regionales sei dabei gefragt.

Bei einer Umfrage des Marktforschungsinstituts AMM gaben 30 Prozent der Konsumenten an, ihre Bio-Einkäufe in der Pandemie ausgeweitet zu haben. „Der Anteil von Bio-Produkten am Lebensmitteleinkauf hat durch die Pandemie einen weiteren Schub erhalten“, sagt deshalb auch der Leiter der Studie, der Handelsexperte Joachim Riedl von der Hochschule Hof.

Konsumenten griffen demnach auch deshalb zu Bio-Produkten, weil sie in Zeiten der weltweiten Pandemie regionale Anbieter und Bauern unterstützen wollten. Außerdem stand oft wegen ausgefallener Restaurantbesuche und abgesagter Reisen mehr Geld für Hochwertiges zur Verfügung.

Zum Vergleich: Nicht einmal vier Prozent der Verbraucher sagten bei der Umfrage, sie hätten ihre Bio-Einkäufe eingeschränkt. Und wo es geschah, passierte es oft eher unfreiwillig, etwa wegen weniger Geld im Haushalt.

Lust auf Bio

Schon seit Jahren sind Bio-Produkte einer der größten Wachstumstreiber im Lebensmittelhandel. Nach Angaben des Bundes für Ökologische Lebensmittelwirtschaft stieg der Umsatz von Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Co. mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken allein 2019 um 11,4 Prozent auf über sieben Milliarden Euro.

Der Umfang der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Deutschland stieg 2019 um 7,7 Prozent auf rund 1,6 Millionen Hektar – ein Zehntel der Agrarfläche­. „Immer mehr Landwirte haben Lust auf Öko-Landbau. Und damit können sie auch die steigende Nachfrage der deutschen Verbraucher nach Biolebensmitteln besser bedienen“, sagte Agrarministerin Julia Klöckner (CDU).

Handelsexperte Riedl sieht sogar Spielraum für Rotstift-Aktionen. „Der intensive Wettbewerb unter den großen Händlern wird die Handelsspannen auch für Bio sinken lassen. Spielraum dafür ist reichlich vorhanden.“

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