DüSSELDORF/WALLDORF - Knapp 100 Mittelständler haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen die vom Softwareriesen SAP angekündigte Erhöhung der Wartungsgebühren für Software vorzugehen. „Wenn jemand seine Marktmacht ausnutzt, muss man sich dagegen wehren“, sagte ein Sprecher des beteiligten Hausgeräteherstellers Miele am Donnerstag.
Neben Miele gehören so bekannte Namen wie Bitburger, Krombacher, Gerolsteiner, Jenoptik, Villeroy & Boch, Lorenz Bahlsen Snacks oder Klosterfrau der Gruppe an. Sie wollen SAP an den Verhandlungstisch zwingen.
Die Unternehmen sind nicht bereit, 22 statt bislang 17 Prozent ihrer Lizenzgebühren jährlich für die Wartung ihrer SAP-Software zu zahlen.
Ein SAP-Sprecher verteidigte die Erhöhung, die für bestehende Kunden schrittweise erfolgt: „Wir passen uns nur dem branchenüblichen Niveau an.“ Seit zehn Jahren sei der Gebührensatz unverändert. Zudem bekämen Kunden mehr Leistung.
„Es geht nicht nur um den Prozentsatz“, sagte der IT-Chef des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers Krones, Michael Kranz. Es gehe um die Art und Weise, mit der die Erhöhung kommuniziert worden sei. „Bislang hat man mit SAP immer reden können. Jetzt stellen die sich stur.“ Nach Angaben des Sprechers der Initiative blieb ein gemeinsamer Brief an die SAP-Chefs Henning Kagermann und Leo Apotheker unbeantwortet. „Die reden einfach nicht mit uns.“
