Wolfsburg - Plötzlich stand alles still: Die Fließbänder in der Autofabrik liefen nicht mehr weiter, in den benachbarten Häusern ging das Licht aus – und beinahe wäre sogar ein wichtiges Fußball-Spiel ausgefallen. Im Stadion des Bundesliga-Clubs vom VfL Wolfsburg fiel nämlich ebenfalls der Strom aus.

Ein Stromausfall hat die niedersächsische Großstadt Wolfsburg am Sonnabend mehr als zwei Stunden lang lahmgelegt. Im VW-Kraftwerk, das auch die Stadt versorgt, sind vier Generatoren ausgefallen, die Elektrizität in weiten Teilen der Stadt blieb plötzlich weg. Geschäfte wurden geschlossen, weil die Kassen nicht mehr funktionierten. Ampeln fielen aus, an Kreuzungen kam es deswegen zu drei Unfällen, die aber alle glimpflich ausgingen. Auch die Austragung des Bundesligaspiels zwischen dem VfL Wolfsburg und Bayern München war wegen des Stromausfalls zunächst kurzzeitig ungewiss gewesen, ging dann aber trotzdem normal über die Bühne. Stark betroffen war auch das VW-Werk: Dort blieben die Bänder stehen, rund 100 Fahrzeuge konnten nicht gebaut werden.

Einen Tag nach dem Vorfall gab es am Sonntag keine Probleme mehr. „Der Strom läuft wieder, es ist alles in Ordnung“, sagte ein Sprecher der Polizei. Im VW-Werk liefen am Sonntag die Wartungs- und Kontrollarbeiten an den Bändern und Anlagen weiter, damit am Montag alles wie gewohnt starten konnte.

Ein Krisenstab aus Stadtverwaltung, Feuerwehr, Polizei und Stadtwerken hatte kurz nach dem Vorfall die Arbeit aufgenommen. Gegen 11 Uhr sei das Netz schrittweise wieder aufgebaut worden, um 12 Uhr seien dann alle Stadtteile wieder mit Strom versorgt gewesen, sagte Stadtsprecher Dennis Weilmann.

In der Leitstelle seien zunächst die Bildschirme ausgefallen, kurz danach gingen unzählige Notrufe ein, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die meisten Anrufer hätten wissen wollen, was los sei. Die Leitstelle selbst sei kurzzeitig nicht zu erreichen gewesen und habe im Notfallbetrieb gearbeitet. Wegen des Stromausfalls seien auch zahlreiche Brandmeldeanlagen losgegangen. Im Wolfsburger Badeland wurden Schwimmwettkämpfe abgebrochen.


Nach Angaben der Sprecherin des Versorgers LSW Energie, Birgit Wiechert, war ein Defekt in einer Längskupplung zwischen Kraftwerk und Leitungsnetz die Ursache für den Stromausfall, der auch Auswirkungen auf das Werk des Autoherstellers hatte. „Die Produktion steht. Die Mitarbeiter hier wurden nach Hause geschickt“, sagte ein VW-Sprecher.

Das Fußball-Bundesligaspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Bayern München war übrigens nicht ernsthaft gefährdet, weil es eine Notstromversorgung für das Stadion gibt.