Oldenburg - Prall gefüllte Geschäfte, dichtes Gedränge auf dem Lambertimarkt und festliche Stimmung in den Seitenstraßen der Fußgängerzone: Die lange Einkaufsnacht am Sonnabend bot viele Möglichkeiten zwischen Konsum und vorweihnachtlichem Innehalten. Viele Besucher hielten mit ihren Handykameras auch die schöne Weihnachtsbeleuchtung fest oder hörten den Posaunenchören zu. Dann stürzten sie sich ins Getümmel rund um die Lambertikirche, wo es zu Stoßzeiten kaum noch ein Durchkommen gab.

„Ziemlich voll hier“, kommentierte Katharina Schneider, die mit ihrer Familie in den Schlosshöfen eine kurze Pause einlegte. Ihr Mann Dirk lobte die Idee des späten Ladenschlusses: „Es ist gut, dass es diese Möglichkeit gibt, mal am Abend in Ruhe einzukaufen, auch wenn Ruhe natürlich relativ ist.“ Sohn Joel kam ebenfalls auf seine Kosten: „Lange aufbleiben und Weihnachtswünsche äußern“, fasste der Neunjährige den gelungenen Abend zusammen.

Nichts zu meckern gab es auch aus Sicht des veranstaltenden City-Managements (CMO). „Bis Mitternacht war richtig was los“, freute sich Geschäftsführerin Birgit Beuse über den Trubel. „Der Handel ist sehr zufrieden, es war für alle ein tolles Erlebnis und beste Werbung für Oldenburg.“ Denn wie jedes Jahr lockte die Einkaufsnacht wieder zahlreiche Gäste aus dem Nordwesten in die Stadt.

Gut kamen auch die Aktionen des CMO an. So bastelten die Kinder am Nachmittag ein großes Lebkuchenhaus am Brunneneck. Posaunenchöre stimmten bei ihren kleinen Konzerten Weihnachtslieder an. Neben der Innenstadt bot auch Möbel Buss seinen Kunden ein spätes Einkaufs- und Bummelvergnügen.

Pudelwohl fühlten sich wie immer die zahlreichen Gäste aus den Niederlanden, die mit Bussen und Autos angereist waren. „Bei einer Stunde Anfahrt kommen wir gern wegen der Atmosphäre in die Innenstadt“, erzählte Petra Kuperus aus Drachten in der Provinz Friesland: „Bei uns gibt es ja nicht so große Märkte“, beschrieb sie den Unterschied, während sich die Kinder auf den Karussells vergnügten. Bis zu später Stunde waren auch die Glühwein- und Imbissbuden sehr gut besucht.

„Aus Sicht der Schausteller war das ein gelungener Abend“, sagte Sprecher Helmut Mondorf: „Vor allem das Wetter hat mitgespielt, so dass die Leute länger an den Ständen verweilten.“


Wer ein wenig abseits des Trubels etwas mehr Weihnachtsstimmung bevorzugte, war in den Seitenstraßen bestens aufgehoben. Bis 21 Uhr spielte der Posaunenchor an der Haarenstraße, wo Geschäftsleute Teelichter vor ihre Ladenlokale gestellt hatten. Im Nikolaiviertel wirkten die beleuchteten Sitzbänke, die das CMO aufgestellt hatte. Auch wenn an den beiden folgenden Adventssonnabenden die Geschäfte wieder zur gewohnten Zeit schließen, erwartet das City-Management erneut große Kauflaune.