ECKFLETH - Als erfahrene Busfahrer wissen die Moorriemer Grundschulkinder natürlich, wie man sicher und stressfrei im Schulbus mitfährt. Nur einer – und der heißt „Karl Meyer“ – denkt überhaupt nicht daran, sich während der Fahrt auf seinem Stehplatz an den Stangen festzuhalten. Das wird ihm am Dienstagmorgen bei der Tour zur Grundschule in Eckfleth zum Verhängnis. Als Busfahrer Gert Bohlen plötzlich bei einer Geschwindigkeit von „nur“ 35 Stundenkilometern bremsen muss, schreien die Mädchen und Jungen der 3. Klasse erschreckt auf. Ihnen ist nichts passiert, „Karl Meyer“ wird jedoch wie ein Geschoss nach vorne katapultiert und bleibt „schwer verletzt und bewusstlos“ vor dem Fahrstand liegen. „Der hat jetzt ein Leck“, entspannt Gert Bohlen die Stresssituation, denn: beim Schüler „Karl Meyer“ handelt es sich um einen Wasser gefüllten Plastikkanister. Die eindrucksvolle Gefahrendemonstration hat die Drittklässler nachdenklich gestimmt, besonders als Bohlen seinen

kleinen Fahrgästen erklärt, dass ein Bus im Allgemeinen mit Tempo 80 unterwegs ist.

„Mit Stress im Bus ist Schluss“ heißt die Aktion, die die Grundschule Moorriem in Kooperation mit dem Unternehmen Weser-Ems-Bus veranstaltet. Am ersten und zweiten Tag der Moorriemer Mobilitätswoche informieren Fahrlehrer und Fahrgastbetreuer Gert Bohlen sowie Assistent Fabian Fette die Kinder über alle Gefahren und Situationen, die bei einer Busfahrt auftreten können. Das schauspielerische Talent Bohlens trägt zur Aufmerksamkeit der Mädchen und Jungen bei. Nicht drängeln, nicht schubsen und keine Rangeleien – das ist schon an der Haltestelle vor dem Einsteigen oberstes Gebot. Und was passiert, wenn alle Plätze bereits belegt sind? Bohlen: „Glaubt bloß nicht, dass ältere Schüler für euch aufstehen. Stehen in einem bewegten Fahrzeug zählt zu den gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr.“ Für die Kinder bedeutet das, sich möglichst mit beiden Händen festzuhalten.

Müll im Bus, Sachbeschädigungen, Geschrei und Lärm – all diese Dinge sollten vermieden werden, erfahren die Kinder. Wenn wirklich einmal ein Unfall passieren sollte und der Fahrer nicht ansprechbar ist, dann heißt es, entweder mit dem Nothahn die Bustüren zu öffnen, mit dem Nothammer eine gekennzeichnete Scheibe einzuschlagen oder – falls der Bus auf der Seite liegt – das Fahrzeug durch die Dachluke zu verlassen. Bohlen: „Zu diesen drei Dingen müsst ihr fähig sein.“