ECKWARDEN - „Das Idealziel ist, dass die Landwirte ihr Geld am Markt verdienen“, bekannte sich der agrarpolitische Sprecher der niedersächsischen FDP-Landtagsfraktion, Jan-Christoph Oetjen, in Eckwarden zur freien Marktwirtschaft. Einen abgeschotteten europäischen Markt nur für Milch werde es nicht geben, erklärte der Landtagsabgeordnete.
20 Gäste, überwiegend Bauern und die FDP-Ratsherren Andreas Schneider, Helmut Siefken und Lutz Timmermann, hatten sich laut Pressemitteilung der FDP auf dem Hof von FDP-Ratsherr Jannes Bergsma eingefunden, um von Oetjen zu hören, welche Unterstützung das Land Niedersachsen den Milchviehbauern gewähren will, die bei einem Auszahlungspreis um 20 Cent teilweise in ihrer Existenz bedroht sind.
Der Bauernsohn aus Sottrum im Landkreis Rotenburg/Wümme erteilte der Milchmengenregulierung, wie sie vom Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) gefordert wird, eine Absage. Er halte nichts davon, „dass der Staat einen Milchpreis garantieren soll.“ Dennoch benannte Oetjen einige Förderprogramme. So setze sich Niedersachsen vor allem dafür ein, dass Landwirte bei zukunftsgerichteten Investitionen unterstützt werden. Einem vorhandenen Investitionsstau könne mit Mitteln aus dem Agrarinvestitionsförderprogramm begegnet werden.
Die FDP will laut Oetjen eine Initiative starten, die verpflichtend für Kindergärten und Grundschulen einmal im Jahr eine Exkursion auf einen Bauernhof vorsieht. Sicherlich löse eine erhöhte Ausgabe an Schulmilch nicht von der Menge her das Vermarktungsproblem, aber das Bewusstsein für landwirtschaftliche Produkte werde geschärft.
