Eckwarderhörne/Wilhelmshaven - Schlechte Nachricht für Eckwarderhörne und allgemein für den Tourismus in Butjadingen: Die Reederei Warrings mit Hauptsitz in Carolinensiel wird in diesem Jahr die Fährverbindung zwischen Eckwarderhörne und Wilhelmshaven nicht bedienen können. Das hat am Mittwoch Warrings-Disponent Carl-Hermann Wilken auf Nachfrage bestätigt.
Gut 6000 Fahrgäste schippern jährlich mit der „Harle Kurier“ über den Jadebusen, um von Eckwarderhörne nach Wilhelmshaven zu gelangen oder umgekehrt. 95 Prozent der Passagiere haben nach Auskunft von Carl-Hermann Wilken ein Fahrrad dabei, und genau da liegt der Hase im Pfeffer.
Die Reederei, so der Disponent, habe Anfang der Woche von der Wilhelmshavener Niederlassung von Niedersachsen Ports erfahren, dass ab April der Helgolandkai saniert werden soll. Eben diesen Kai nutzt die „Harle Kurier“ in Wilhelmshaven zum Anlegen. Das Schiff soll nun auf einen Anlegeplatz im vorderen Bereich der Flutmole ausweichen. Dort besteht laut Carl-Hermann Wilken zumindest bei Niedrigwasser aber nicht die Möglichkeit, Fahrräder an oder von Bord zu schaffen. Da Gäste mit Fahrrad aber eben das Gros der Passagiere bilden, lohne es sich unter diesen Vorzeichen für die Reederei nicht, den Fährverkehr zwischen Wilhelmshaven und Eckwarderhörne in der Saison 2018 aufrechtzuerhalten.
N-Ports und Reederei suchen noch nach Alternativen, die unter anderem in einem Einsatz von Pontons als Anlegestelle bestehen könnten. Das hat am Mittwoch Robert Kowitz, Geschäftsführer von Tourismus-Service Butjadingen (TSB), in einem Telefonat mit Carl-Hermann Wilken in Erfahrung gebracht.
Der Kurdirektor will daher die Hoffnung nicht aufgeben, dass die „Harle Kurier“ in dieser Saison doch wieder Eckwarderhörne ansteuert. Er misst der Fährverbindung über den Jadebusen eine hohe Bedeutung bei. Sie sei ein wichtiger Bestandteil des Radwegs rund um den Jadebusen. Genau so sieht es auch Bürgermeisterin Ina Korter. „Ich hoffe, dass sich in Wilhelmshaven noch eine Lösung finden lässt“, sagt sie.
Ein bisschen Zeit ist noch, denn der Fährverkehr beginnt – von Sonderfahrten etwa an Himmelfahrt abgesehen – klassischerweise erst Anfang Juni. Niedersachsen Ports bestätigt, dass es mit der Reederei Warrings Gespräche über die geplante Sanierung und über Ausweichmöglichkeiten für die „Harle Kurier“ gebe. In die Reparatur des Kais fließe eine Summe im mittleren einstelligen Millionenbereich, heißt es von der N-Ports-Pressestelle in Oldenburg.
Selbst wenn sich für 2018 keine Lösung für die Fährverbindung finden ließe, gibt es immerhin doch auch eine gute Nachricht: N-Ports habe die Zusage gegeben, dass die Reparatur des Helgolandkais Ostern 2019 abgeschlossen sein wird, sagt Carl-Hermann Wilken. Dann könnte die „Harle Kurier“ ihre Fahrten über den Jadebusen pünktlich zum Start der Saison 2019 wieder aufnehmen. Die Reederei wolle an der Fährverbindung auf jeden Fall festhalten.
