Bonn - Das Bundeskartellamt hat Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka die Übernahme von rund 450 Filialen (mit 16 000 Mitarbeitern) des Konkurrenten Kaiser’s Tengelmann untersagt. Bei einem Zusammenschluss befürchtet die Wettbewerbsbehörde Preiserhöhungen und weniger Wettbewerb, wie Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Mittwoch in Bonn erläuterte.

Der Zusammenschluss würde nach Auffassung der Kartellwächter zu einer erheblichen Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen vor allem im Großraum Berlin, in München und Oberbayern sowie in NRW führen. Damit würden den Unternehmen neue Preiserhöhungsspielräume eröffnet, warnte Mundt. Außerdem würden die Auswahlmöglichkeiten der Verbraucher vor Ort stark eingeschränkt.

Edeka und Tengelmann wollen rasch über ihr weiteres Vorgehen entscheiden. Edeka erklärte am Mittwoch, das Unternehmen habe das Verbot der Wettbewerbsbehörde „mit großer Verwunderung und Enttäuschung“ zur Kenntnis genommen. Tengelmann sprach von „Unverständnis und Enttäuschung“.