Hundehalter, Reiter, Jogger, Spaziergänger und Nordic-Walker fordern, dass Sandwege nicht mehr befestigt werden. Für viel Ärger sorgt die Verschotterung der Wege Hinterm Alten Kamp und Plackhoff.
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EDEWECHT - Sie machen sich dafür stark, dass alle Sandwege in der Gemeinde Edewecht als „Ammerländer Kulturgut“ erhalten und künftig nicht mehr befestigt werden: Ute Blancke, Christa Lübben und Enno Blancke aus Jeddeloh I, Norbert Töpfel aus Edewecht und Bianca Schörder aus Osterscheps waren am Mittwoch im Rathaus, um Bürgermeisterin Petra Lausch Unterschriftenlisten zu übergeben. „408 Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde Edewecht und Menschen aus den Nachbargemeinden, die ihre Pferde in der Gemeinde Edewecht untergestellt haben und bei uns reiten, haben unterschrieben“, sagte Ute Blancke. „Wir wollen einfach nicht noch einmal erleben, dass unsere Sandwege wie Hinterm Alten Kamp in Jeddeloh I oder Plackhoff in Osterscheps verschottert werden. Am liebsten wäre es uns, wenn der Schotter dort wieder entfernt und die Wege mit grobem Sand wieder aufgefüllt würden.“
Für viel Ärger, Wut und Entrüstung unter Bürgern hatte – wie berichtet – insbesondere die Befestigung des Sandweges Hinterm Alten Kamp in Jeddeloh gesorgt. Niemand habe sie über diese Maßnahme des Gemeindebauamtes informiert, plötzlich sei der Weg befestigt worden, kritisierten die Bürger; Hundehalter, Nordic-Walker, Spaziergänger, Jogger und Reiter seien entsetzt gewesen, als die Verbindung eine Deckschicht aus grobem Asphaltgranulat von der Portsloger Straße erhielt. Damit sei der Weg, dessen neu aufgeschütteter Sand in den Seitenbereichen auch Folienreste, Reifenstücke und Rohrreste enthalten habe, für Mensch und Tier nicht mehr nutzbar. Den Hinweis von Edewechts Bauamtsleiter Wilfried Kahlen in der
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-Berichterstattung, dass der Weg befestigt wurde, um eine Radwegeverbindung zwischen Friedrichsfehn und Edewecht abseits der Hauptstraßen zu schließen, könne man nicht nachvollziehen. Das Asphaltgranulat sei so grob, dass man dort mit dem Rad nicht fahren könne. Der von vielen genutzte Weg würde nun kaum noch genutzt, so Jogger Norbert Töpfel und Enno Jeddeloh, der in der Nachbarschaft des Weges wohnt. Viel wichtiger als den Alten Kamp zum Radweg umfunktionieren zu wollen, sei es, am stark befahrenen Jückenweg endlich einen Radweg zu bauen.Die Gäste brachten der Bürgermeisterin auch zwei Kisten voller Metallreste mit, die die Jeddeloherin Christa Lübben am Weg An der Tonkuhle gesammelt hatte. Auch dieser nahe dem Alten Kamp liegende Sandweg war in der Vergangenheit befestigt worden. Wie Bauamtsleiter Kahlen im Juli gegenüber der
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eingestanden hatte, war der Tonkuhlenweg seinerzeit mit Bauschutt aufgefüllt worden. Bürgermeisterin Lausch erklärte, dass spitze Metallgegenstände selbstverständlich nicht für die Befestigung von Wegen genutzt werden könnten, sie werde der Sache nachgehen. Gegenüber den Bürgern, die die Unterschriftenlisten abgaben, verwies Lausch darauf, dass es auch bei der Nutzung von Sandwegen unterschiedliche Interessen gäbe. Anlieger, Radfahrer oder auch Landwirte würden sie oft gern befestigt sehen, während andere Menschen sie als Sandwege erhalten wollten. Für die Befestigung des Sandweges Plackhoff habe sich schon seit Jahren der Ortsbürgerverein Scheps stark gemacht. Die Unterschriftenlisten wolle man jetzt im Rathaus auswerten und über das Thema weiter diskutieren. Probleme gäbe es zum Beispiel, weil Sandwege immer wieder durch große und schwere Maschinen stark beschädigt würden und die Verbindungen dann immer wieder hergerichtet werden müssten. Derzeit sei nicht geplant, weitere Sandwege im Gemeindegebiet zu befestigen.