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Familienleben In Edewecht Fünf Jahre mit Drillingen

Ingo Schmidt

Edewecht - Es herrscht eine ziemliche Geräuschkulisse im Wohnzimmer der Familie Brunken. Enna (10), Hanna (6) und die Drillinge Gero, Ludo und Onno (5) spielen gemeinsam mit der großen Holzeisenbahn. Und wie das so ist, wenn Kinder spielen: Plötzlich weint einer, weil er sich den Fuß gestoßen hat.

Die Geburt der eineiigen Drillinge hat das Leben im Hause Brunken ganz schön auf den Kopf gestellt. „15 Maschinen Wäsche kommen in der Woche schon zusammen“, erzählt Mutter Tanja, doch das ist nur ein Bruchteil dessen, was so zu erledigen ist – mit fünf Kindern. „Wir haben drei Brillenträger, die zum Optiker müssen, zwei Kinder gehen zum Logopäden, dazu kommen Zahnarztbesuche, mehrere Einkäufe in der Woche – und der Haushalt macht sich auch nicht von allein.“

Mutter unterstützt

Inzwischen gehen die Drillinge in den Kindergarten, von 8 bis 16 Uhr. „Hätte ich alle Kinder zugleich zuhause, wäre ich überfordert“, gibt die 37-Jährige zu. „Ich könnte ja nichts machen, nicht einkaufen gehen, nichts.“ Inzwischen kann die Edewechterin wieder zweimal in der Woche einer Bürotätigkeit nachgehen und pflegt an drei Tagen ihren Großvater in Bad Zwischenahn. „Manchmal ist das ganz schön anstrengend“, sagt Tanja Brunken, die im Alltag von ihrer Mutter unterstützt wird. Sie wohnt nur ein Haus weiter. „Ohne ihre Hilfe wäre das alles so nicht machbar“, resümiert Vater Rainer, der als Geschäftsführer einer Transportfirma von morgens um sechs bis zum Abend unterwegs ist.

Die Drillinge indessen gedeihen prächtig. „Man kann sie eigentlich ganz gut unterscheiden“, sagt der Vater, „denn Ludo hat zwei Muttermale im Gesicht und Gero, der immer ein Toast mehr isst als die anderen und etwas mehr auf den Rippen hat, hat an der Stirn eine Narbe von einem Sturz“. Die drei erfüllen jedes Klischee, das über Drillinge so kursiert: „Sie müssen immer das Gleiche haben“, erzählt Rainer Brunken (42), „und dann wird da der eigene Name drauf geklebt“. So wird es auch am fünften Geburtstag sein, wenn Gero, Ludo und Onno je ein Fahrrad und ein ferngesteuertes Autos bekommen. Dreimal das gleiche Rad, dreimal das gleiche Auto – mit Aufklebern versehen. Und: „Die Jungs halten wirklich zusammen, wenn es darauf ankommt“, beschreibt er nicht ohne Stolz, „auch wenn zwei den Dritten manchmal wegen seines Wachstumsstotterns ärgern und ihn nachmachen“.

Eigenes Zimmer

Auch beim Thema Kleidung gehen die Drillinge konform. Jedes Kleidungsstück muss gleich dreimal gekauft werden. „Und wenn ich den Kindern mal einen Stapel zur Auswahl hinlege, kommt der erste mit einem bestimmten Pullover an und die anderen ziehen sofort den gleichen an“, sagt Tanja Brunken.


Irgendwann aber habe dann der Kindergarten interveniert und darum gebeten, die drei nicht mehr identisch zu kleiden. Es mache das Leben für die Drillinge selbst, aber auch für die anderen Kinder leichter, wenn man sie besser unterscheiden könne. Fortan führte die 37-Jährige eine Liste, welches Kind welchen Pulli, zum Beispiel den mit dem Trecker, an welchem Tag getragen hat. Doch nicht nur den gleichen Kleidungsgeschmack teilen die drei Geburtstagskinder. „Sie reden auch immer in der Mehrzahl von sich“, sagt Rainer Brunken amüsiert: „Wir wollen mit der Eisenbahn spielen.“ Oder, wie vor einigen Monaten: „Wir wünschen uns jetzt Handys.“

Haus in der Zwischenzeit umgebaut

In der Zwischenzeit hat die Familie Brunken ihr Haus ausgebaut, um jedem der fünf Kinder ein eigenes Zimmer zu bieten. „Wir haben aufgestockt, so dass die beiden Mädels jetzt sogar ihr eigenes Bad haben“, sagt Rainer Brunken auch mit Blick in die Zukunft, „denn die Interessen der älteren Tochter unterscheiden sich schon von denen der Kleinen, die ja quasi wie Vierlinge aufgewachsen sind“. Denn Hanna (6) und die Drillinge liegen nur 15 Monate auseinander und befinden sich allesamt im Korb eines holländischen Lastenrades, das die Familie angeschafft hat, wenn mal Ausflüge anstehen.

Den ersten großen Ausflug mit allen fünf Kindern werden die Brunkens aber wohl nicht mit dem Lastenrad antreten, denn es geht mit dem Flugzeug in die Ferne. „Die Jungs wünschen sich das, mal zu fliegen“, sagt Rainer Brunken, „und deshalb geht es im Sommer nach Djerba in Tunesien“. Auch hier wird Tanja Brunkens Mutter dabei sein, ebenso ihre beiden Brüder mit Frauen und Kindern – insgesamt 14 Personen. Die Brunkens werden dann ihre Kinder auf zwei Zimmer verteilen müssen, denn Domizile für sieben Personen sind rar gesät.

Erste Feier mit Freunden

Bis es soweit ist, wird erst mal Geburtstag gefeiert. Aber wie bereitet man sich als Mutter eigentlich auf einen Drillings-Geburtstag vor? „Wir fahren in die Spielscheune nach Friedrichsfehn“, antwortet Tanja Brunken im Bruchteil einer Sekunde. Kurz hatten sie darüber nachgedacht, zuhause zu feiern, doch: „Es ist der erste Geburtstag, an dem sie Freunde einladen dürfen, jeder zwei“, ergänzt sie, doch dafür reicht der Platz im Winter nicht aus. „Eigentlich hatten sich die Kinder gewünscht, schwimmen zu gehen, aber das ist mir zu gefährlich mit so vielen.“ Ihre Jungs machten gerade das Seepferdchen – mit einem Gutschein, den sie zur Geburt von der Gemeinde Edewecht bekommen hatten.

Und mit Blick nach vorn – was wird die nächste Herausforderung sein? „Ganz klar, die Einschulung im nächsten Jahr.“

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