EDEWECHT - Geschäftiges Treiben im Blumenbeet: Hier wird geschaufelt, da wird geharkt und dort wird gezupft. Hochkonzentriert sind die Schüler damit beschäftigt, einen neuen Mensa-Garten anzulegen.

Es ist Donnerstag, und das bedeutet Praxistag an der Fördereinrichtung Astrid-Lindgren-Schule in Edewecht. Für jeweils ein Schuljahr lernen die Schüler so einen speziellen berufsbezogenen Bereich in der Praxis kennen. Einer ist der Gartenbau.

Sieben Schüler zwischen 14 und 16 Jahren aus den Bereichen „Lernen“ und „Geistige Entwicklung“ nehmen in diesem Jahr am Praxistag Garten teil. Zurzeit ist das Anlegen des neuen Mensa-Gartens mit Kräuterspirale und Schmetterlingsbeet der Schwerpunkt.

Auf dem Stundenplan steht aber auch das theoretische Kennenlernen von verschiedenen Gartengeräten sowie Pflanzen und Tieren, die in einem Garten zu finden sind, und Besuche von Gärtnereien und Baumschulen sowie dem Park der Gärten. Das Wissen können die Schüler dann bei der Pflege des bereits vorhandenen Schulgartens, des Sinnesgartens und der Beete im Innenhof anwenden.

„Die Schüler lernen hier Grundfertigkeiten im Gärtnern, damit sie später den Beruf erlernen können“, erklären Lehrerin Maren Poppinga und Corinna Bruns, pädagogische Mitarbeiterin. Geistig Behinderte seien beruflich meistens auf die Werkstätten angewiesen. Mit dem Praxistag Garten sollen sie darauf vorbereitet werden, in Baumschulen, Gärtnereien oder Blumenläden zu arbeiten. „Dort finden viele eine Stelle.“


Doch dem ambitionierten Projekt fehlt es an finanziellen Mitteln für Gerätschaften, Pflanzen und andere Materialien. Darum wird es nun von der Bürgerstiftung Edewecht mit 1000 Euro unterstützt. Die Vorsitzende der Bürgerstiftung, Bürgermeisterin Petra Lausch, lobte vor allem den berufsvorbereitenden Aspekt des Projekts: „Der Praxistag Garten kommt vor allem den Schülern und ihrer Ausbildung zugute“, sagt sie. „Gleichzeitig aber auch der Region, da die Schüler in regionalen Betrieben arbeiten werden.“ Dies entspräche dem Ziel der Bürgerstiftung, Menschen aus der Region bei ihrer Schul- oder Berufsausbildung sowie speziellen Aktivitäten im Bereich Sport oder Kunst zu unterstützen.

Dafür sei das Garten-Projekt prädestiniert: „Die Schüler haben wirklich bessere Chancen im Beruf“, sagt Poppinga. „Sie bekommen einfacher Praktikumsplätze und Ausbildungsstellen.“

Zudem profitiere die ganze Schule von dem Gartenprojekt. So nutzt die Mensa die Kräuter und das Gemüse und die Holz- und Metallbereiche können der Gartengruppe mit ihren Arbeiten zuarbeiten.