EDEWECHT - Der Satz „Lerne leiden, ohne zu klagen!“ wird ihm zugeschrieben – nun musste sich zumindest sein steinernes Konterfei lange Zeit darauf besinnen: Friedrich III. sah zuletzt schon reichlich lädiert aus. An seinem Schuh fehlte die Spitze, und auch im Gesicht war hier und da schon etwas abgebröckelt. Zwei horizontale Risse teilten seinen Körper komplett in drei Teile. Es wurde Zeit, dass das Denkmal in der Oldenburger Straße wieder einmal auf Vordermann gebracht wird. Seit einigen Tagen wird es restauriert.
Friedrich III. – mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen – war der Sohn von Wilhelm I. und Vater von Wilhelm II. Für 99 Tage war er Deutscher Kaiser und König von Preußen. Zuvor hatte er als preußischer Feldherr im Deutschen sowie im Deutsch-Französischen Krieg agiert.
Nachdem Friedrich III. am 15. Juni 1888 nach nicht einmal 100 Tagen im Amt an Kehlkopfkrebs gestorben war, wettete ein Edewechter, dass er dem toten Kaiser ein Denkmal setzen werde. „Man weiß nicht, wer der Mann war“, sagt Edewechts Bauamtsleiter Wilfried Kahlen. „Vielleicht hat er das gemacht, weil Denkmäler für Friedrich III. so selten waren und sind.“ 1889 war es soweit: Das in Beton gegossene Konterfei Friedrich III. wurde gebaut.
Nun steht es eingehüllt in grüne Planen. „Bis Mitte der Woche werden die Restaurationsarbeiten an der Figur wohl noch dauern“, sagt Kahlen. „Insgesamt werden sich die Kosten auf rund 5000 Euro belaufen.“
Doch bis das Denkmal wie neu aussieht, ist noch viel zu tun. „Unter dem Beton der Figur befindet sich eine Eisenarmierung, die rostet“, erklärt der Steinbildhauer Jürgen Rehling von der Firma CHK Natursteingestaltung. Er restauriert die Figur. „Dadurch entstehen Risse im Beton, durch die wiederum Wasser eindringt, wodurch das Eisen noch mehr rostet.“ Ein Teufelskreis.
Um die Figur in neuem Glanz erscheinen zu lassen, musste Rehling zuerst die zahlreichen Farbschichten abbeizen und die Figur austrocknen lassen. Die fehlenden Stücke werden wieder ergänzt. Mit Edelstahlklammern sollen die Risse zusammengehalten werden, die dann mit einem Epoxidharz verschlossen werden. Abschließend wird Rehling eine wasserfeste Farbe im ursprünglichen Grau auftragen. Die sichtbaren Eisenteile wie das Schwert werden ebenfalls entrostet und gestrichen.
