Edewecht - „Verständlich machen kann mir das keiner: In den Niederlanden gibt es diverse Naturheilkunde-Mittel, die zugelassen sind, aber in Deutschland sind viele davon verboten, bei uns gibt es nur wenige, die man als Milchviehhalter für Nutztiere verwenden kann“, sagt Eike Krause, Landwirt aus Wittenriede. „Deutschland und Holland sind beides EU-Länder, aber bei Naturheilverfahren im Stall liegen Welten zwischen uns. Leider helfen uns da unsere Politiker kaum weite, obwohl wir in Niedersachsen mit Christian Meyer sogar einen grünen Landwirtschaftsminister haben.“
Naturheilmittel im Kuhstall – das ist für den 31-jährigen Landwirt aus Wittenriede, der zusammen mit seinem Vater Dieter einen Milchviehbetrieb mit 130 Kühen plus Nachzucht führt, selbstverständlich. 2004 hatte Eike Krause bei der Landwirtschaftskammer erstmals eine Fortbildung zum Thema „Homöopathie bei Kälbern“ absolviert. Dabei blieb es nicht. Er absolvierte weitere Fortbildungen, konsequent wird seit 2010 auf Naturheilmittel gesetzt.
Für mehr Tiergesundheit
Homöopathie geht auf eine ganzheitliche Behandlungsmethode des deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) zurück. Durch homöopathische Arzneien wie Kügelchen (Globuli), Injektionen, Topfen oder Tabletten werden Selbstheilungskräfte angeregt.
„Ich setze homöopathische Mittel z.B. bei einer beginnenden Euterentzündung ein“, berichtet der Landwirt. Würden bei der Milchkontrolle erhöhte Zellzahlen festgestellt, spritze er selbst der betroffenen Kuh ein homöopathisches Mittel. Dafür müsse er nicht auf den Tierarzt warten. Weil auch keine Wartezeiten aufgrund des Medikaments eingehalten werden müssten, gäbe es keine Milchverluste und damit keine Einbußen. Obendrein hätten homöopathische Mittel keine Nebenwirkungen und Resistenzen.
Homöopathische Mittel seien dann sinnvoll, wenn man Krankheiten früh erkenne, so Eike Krause. Deshalb sei es auch unverzichtbar, bei den täglichen Kontrollgängen jedes Tier genau zu beobachten. Da homöopathische Mittel auf natürlichen Wege ausgeschieden würden und es keine Überdosierungen gäbe, müsse man Kühe und Jungvieh besser früher, als zu spät behandeln. Wenn die Kuh erkrankt sei, helfe nur der Tierarzt. Durch den Einsatz der Homöopathie wurden die Tierarztkosten auf dem Hof Krause stark gesenkt.
Doch nicht nur die Homöpathie leistet auf dem Hof Krause einen Beitrag zur Tiergesundheit. „Unsere Tiere nehmen mehr Futter auf, sie sind gesünder und die Gülle ist auch homogener, seit wir mit Effektiven Mikroorganismen arbeiten“, ergänzt Vater Dieter. Effektive Mikroorganismen (EM) sind eine Mischung von Mikroorganismen, die hauptsächlich aus Hefen, Milchsäure- und Fotosynthesebakterien bestehen. Mit Melasse werden sie in einem Lebensmittel-Fass angesetzt und bei 40 Grad fermentiert.
EM vielfältig einsetzen
So entstehen bioaktive Substanzen, mit denen die Krauses auch Grünlandflächen, Getreidefelder, Silage und den Mais unmittelbar vor dem Häckseln behandeln. „Wir haben Versuche gemacht mit Gülle, die mit und ohne EM ausgebracht wurde. Auf den mit EM behandelten Flächen war der Bewuchs kräftiger und höher“, so Dieter Krause. Außerdem führe der Einsatz von EM dazu, dass man ein Drittel weniger mineralischen Dünger einsetze als in der Vergangenheit.
