EDEWECHT - „Wir sind gerne hier und froh, dass wir bleiben können“, sagt Michael Gloede vom Vorstand der Edewechter Kyffhäuser Kameradschaft. Nach dem feststand, dass der ehemalige „Schützenhof“ und die Schützenhalle mit Schießstand des Schützenvereins dem neuen Lidl-Markt im Bereich Hauptstraße/Schützenhofstraße weichen (NWZ berichtete), war die Zukunft des Vereinsheims der Kyffhäuser zunächst fraglich. Zum Hintergrund: das Vereinsheim der Kameradschaft und die Schützenhalle mit Schießstand sind eine Art Doppelhaus. Das Gebäude befindet sich auf einem Grundstück, dass die Gemeinde Edewecht den Schützen in einer Art Erbpacht überlassen hat.
„Mit dem Abriss der Schützenanlage wird eine neue Außenmauer sowie ein neuer Dachabschluss notwendig“, sagt Gloede. Die Kosten hierfür wären nicht unerheblich, schließlich beträgt allein die Länge der Außenmauer des Schützengebäudes rund 30 Meter. Gloede schätzt die Kosten insgesamt auf mindestens 20000 Euro ein. „Als kleiner Verein könnten wir das gar nicht bezahlen“, betont das Vorstandsmitglied. Allerdings sei laut Bauvertrag die Discounterkette für die Absicherung des vor rund 30 Jahren mit viel Eigenleistung entstandenen Gebäudes zuständig. „Damit wären wir eigentlich aus dem Schneider“, findet Gloede.
Umziehen in das neue Schießsportzentrum wollten die Kyffhäuser nicht. „Dann hätten wir unsere Eigenständigkeit verloren und hätten uns nach den Schießplänen des Schützenvereines richten müssen“, vermutet Michael Gloede. Obwohl die neue, computergesteuerte Schießanlage mit ihren über 20 Schießplätzen „schon sehr reizvoll wäre“, räumt er ein. Aber ins alte Vereinsheim der Kyffhäuser sei „schon zu viel Herzblut geflossen“, gibt Gloede zu.
Dort, auf der kleinen Schießanlage, hätten in den vergangenen Jahrzehnten viele spannende Schützenwettkämpfe an den acht Schießständen stattgefunden und es seien viele rauschende Feste im Gemeinschaftsraum gefeiert worden, erinnert sich das Vorstandsmitglied „So etwas reißt man nicht so einfach ab“, meint Gloede mit Blick auf die fast 100 Jahre alte Vereinsfahne.
Wenn jetzt im kommenden Frühjahr die Abrissbagger anrollen, können sich die Kyffhäuser entspannt zurücklehnen und sich auf weitere Wettkämpfe auf der Anlage freuen.
