Edewecht - Der Parlamentarische Staatssekretär und Agrarexperte Peter Bleser ist Gast der vierten landwirtschaftlichen Gesprächsrunde „Wittenberger Gespräche“ auf dem Hof von Lars Brunßen gewesen. Dieser bewirtschaftet einen 90 Hektar großen Futterbaubetrieb mit 150 Milchkühen, auf dem zwei Melkroboter rund um die Uhr melken.

Mit von der Partie beim Hofbesuch in Wittenberge waren die Bundestagsabgeordneten Stephan Albani und Barbara Woltmann sowie CDU-Kommunalpolitiker aus Edewecht. Die Veranstaltung wird alle zwei Jahre auf dem Hof von Lars Brunßen ausgerichtet.

Landwirtschaftsmeister Bleser stammt selbst von einem Milchviehbetrieb in der Pfalz, der von seinem Sohn geleitet wird. Für den Politiker hängt ein zukunftsfähiger landwirtschaftlicher Betrieb vor allem vom Betriebsleiter ab: „Der muss seinen Hof professionell führen“. Entscheidend seien zudem die politischen Rahmenbedingungen und die Märkte.

Die Land- und Forstwirtschaft ist und bleibt auch im Zeitalter der Globalisierung eine wichtige Säule unserer Wirtschaft. Bleser: „Echten Fortschritt beim Natur- und Artenschutz erreichen wir nur gemeinsam mit der Landwirtschaft. Die Interessen von Landwirtschaft und Naturschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“.

Die Entwicklung des ländlichen Raums ist für Bleser die größte Herausforderung der Zukunft: „Die Jugend verlässt für Ausbildung und Studium die Heimat und nur wenige kommen zurück. Das müssen wir ändern – Dörfer und Kleinstädte müssen attraktiver werden.“


Planbarkeit war für die 50 anwesenden Gäste, darunter sehr viele Landwirte und Gärtner, ein wichtiges Thema in der lebhaften Diskussionsrunde. Natürlich sei man bereit, sich der gesellschaftlichen Diskussion zu stellen und auch Veränderungen vorzunehmen. Kaum ein Wirtschaftszweig habe sich aber seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts so stark verändert und weiterentwickelt.

Derzeit gebe es viele unsichere Rahmenbedingungen durch immer mehr und sich ständig ändernde Auflagen, überbordende Bürokratie, Negativschlagzeilen, öffentlichen Druck und die enorme Marktmacht durch den Lebensmitteleinzelhandel. Und das alles werde dann noch garniert mit extremen Preisschwankungen. Diskutiert wurde neben Themen wie der Ausbreitung des Wolfes auch die Pflanzenschutzproblematik. So befürchten einige Landwirte einen Schwund an Wirkstoffen.