EDEWECHTERDAMM - Antonie Renken sitzt in ihrem Lieblingssessel und blickt auf das vergangene Jahrhundert zurück. Am vergangenen Montag feierte sie ihren 100. Geburtstag in Edewechterdamm. Die Jubilarin stammt gebürtig aus Süddorf. Dort wurde sie 1910 als Antonie Klöpping geboren. Ihren Mann Franz Renken lernte die 100-Jährige während ihrer Schulzeit kennen. 1933 heirateten die beiden in einer Kirche in Süddorf. 1934 siedelte das Paar nach Edewechterdamm um und betrieb dort Landwirtschaft. Vor 13 Jahren starb ihr Ehemann.
Sohn Herbert (76) und seine Ehefrau Sieglinde (72) umsorgen Mutter Antonie täglich liebevoll. „Meine Schwiegertochter sorgt für alles, besser geht es gar nicht“, sagt die 100-Jährige, die sich eine Vier-Zimmer-Wohnung im Haus ihres Sohnes eingerichtet hat. Auch ihre vier Enkelkinder Heike, Regina, Holger und Linda kommen ihre Oma oft besuchen, auch wenn sie alle weiter entfernt wohnen. Die Jubilarin kann sich aber nicht nur über die Besuche der Enkelkinder freuen – sieben Urenkel und vier Ururenkel gehören ebenfalls zur Familie.
Alle 14 Tage besucht Antonie Renken einen Alten-Club in Edewecht. Hier kann sie nach Herzenslust klönen, Kaffee trinken und Kuchen essen. „Das macht mir viel Spaß“, sagt sie. Ihr größtes Hobby ist das Lesen. Ein gutes Gedächtnistraining, denn „sie vergisst nie etwas, auch keinen Geburtstag“, sagt Sohn Herbert.
In den vergangenen 100 Jahren hat sich einiges im Leben von Antonie Renken geändert. Sie kann sich noch gut daran erinnern, dass sie damals in ärmlichen Verhältnissen gelebt hatte. „In den ersten Jahren in Edewechterdamm gab es auch keinen Strom. Lediglich zwei Petroleumlampen, eine in der Küche und eine im Kuhstall, spendeten uns Licht“, so Antonie Renken.
Bereits am Sonntag feierte sie zu Hause ihren Geburtstag im Kreise der Familie. 50 Personen kamen, um der rüstigen Rentnerin zum 100. Geburtstag zu gratulieren.
