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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wie effizient und gerecht ist unser Gesundheitssystem?

16.06.2017

Oldenburg Deutschland brauche einen gesellschaftlichen Konsens in der Frage: Was ist uns die Gesundheit wert? Dazu rief Professor Dr. Djordje Lazovic, Klinikdirektor für Orthopädie und Unfallchirurgie am Pius-Hospital Oldenburg, am Donnerstagabend bei der Diskussionsrunde „1x1 der Wirtschaft“ in Oldenburg auf.

Die Gesundheitswirtschaft sei heute die größte Branche in Deutschland, noch weit vor der Autoindustrie. Man solle sie auch als Chance sehen – und nicht als Kostenbelastung, meinte Lazovic vor fast 150 Gästen bei der Veranstaltung im Garten des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB). Und der bekannte Mediziner betonte: „Für uns Ärzte“ werde immer gelten, dass „bei uns immer die individuelle ärztliche Fürsorge im Mittelpunkt steht, nicht die betriebswirtschaftliche Statistik“. Zugleich arbeitete er einige Schwächen in der Steuerung und Finanzierung des Systems heraus, die unter anderem zu einem Zwang zu mehr „Umsatz“ führten. Zugleich kritisierte er, dass Krankenhäuser von börsennotierten Aktiengesellschaften betrieben werden. Sie würden Gewinn an die Aktionäre abführen. Das Geld könne dementsprechend nicht in den Kliniken bleiben.

Es gehe beim Gesundheitswesen um ein „sehr sensibles Thema“, meinte Moderator Michael Koch (IÖB). Es betreffe letztlich jeden. Dies war für das IÖB Anlass, mit der Wirtschaftsbildungsinitiative wigy diesem Thema eine Veranstaltung in der langjährigen Reihe „1x1 der Wirtschaft“ zu widmen.

Der Arzt Dr. Jens Wagenknecht (Vorstand Ärztekammer) meinte, Spannungen um ökonomische Zwänge seien „systemimmanent“. Man müsse damit leben. Ärzte müssten bei dem, was sie tun, auf Wirtschaftlichkeit achten. Er gab aber zu bedenken: Wenn nur auf die Ökonomie geachtet werde, sei „Schaden“ wohl nicht immer zu vermeiden. Es „leidet, was wir unter Ethik verstehen“, mahnte Wagenknecht. Dazu gehöre auch das Zuhören, das Eingehen auf Sorgen und anderes, das den Patienten wichtig sei – und nicht nur der jeweiligen Organisation.

Stephan Siemer, Dienststellenleiter der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (Oldenburg), wies darauf hin, dass es in der täglichen Arbeit oft um Pflegebedürftige gehe. Konkret sollten die Mitarbeiter die Möglichkeit bekommen, zeitlich angemessen mit den Menschen umzugehen. „Was wir uns wünschen, ist mehr Zeit für unsere Patienten“, sagte er. Angesichts der Finanzierung stoße man da schnell an Grenzen.

Frank Preugschat, Bereichsleiter Versorgungsstrategie und Management der AOK, formulierte die Herausforderung so: „Es geht darum, zu schauen, wie wir die bestmögliche Versorgung realisieren.“ Insgesamt sei Deutschland da sehr gut aufgestellt. Die Frage sei, ob die Ressourcen immer optimal an der richtigen Stelle eingesetzt würden.

„Mehr Geld zu verdienen, kann nicht Sinn und Zweck eines Gesundheitssystems sein“, bemängelte Professor Djordje Lazovic die Lage. Von dort aus müsse man weiterdenken.


Sehen Sie ein Video von der Gartenvorlesung unter      www.youtube.com/nwzplay 
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Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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