Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Christentum Ehemalige Friedenskirche wird Wohnhaus

Horst Lohe

Einswarden - Die seit eineinhalb Jahren nicht mehr genutzte und im März dieses Jahres entwidmete evangelische Friedenskirche in Einswarden ist verkauft. Die 58 Jahre alte Bankkauffrau Adelheid Rincon und ihr Ehemann, der 60 Jahre alte selbstständige Feinmechaniker Faustino Rincon-Martinez aus Immendingen in Baden, haben am Montag den Kaufvertrag mit der Kirchengemeinde Blexen unterschrieben. Sie möchten den 1978 im Stil eines schlichten Andachtsraums errichteten roten Backsteinbau nach einem Umbau für Wohnzwecke nutzen.

Damit ist zum zweiten Mal nach 1998 in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg ein Gotteshaus verkauft worden. Damals war das Jochen-Klepper-Haus in Wilhelmshaven – ein Gemeindehaus mit Klockenturm und Andachtsraum – an eine freikirchliche Baptisten-Gemeinde veräußert worden.

Ende Juli Übergabe

Ende Juli soll die ehemalige Friedenskirche in Einswarden an die neuen Eigentümer übergeben werden. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden. Angeboten worden war die Immobilie für 48  000 Euro.

Das Meer sei immer in der Nähe, vom Stil her sei dieses Gebäude etwas Besonderes, das ihnen sofort gefallen habe und der Preis sei in Ordnung, sagen Adelheid Rincon und Faustino Rincon-Martinez. Dass es eine evangelische Kirche war, habe bei der Kaufentscheidung keine Rolle gespielt, fügen die beiden Katholiken auf Nachfrage hinzu.

Sie haben in den letzten fünf Jahren Urlaub in Norden-Norddeich gemacht. Zuvor sind sie immer wieder nach Spanien gereist, der Heimat von Faustino Rincon-Martinez. Doch die Entfernung ist ihnen zu groß geworden und Adelheid Rincon verträgt die dortige Hitze nicht mehr. „Außerdem ist es an der Nordsee viel ruhiger“, sagt ihr Ehemann. Das Ehepaar will einen Architekten hinzuziehen und bei der baulichen Umgestaltung „die Fantasie walten lassen.“ In etwa zwei Jahren will es seinen Hauptwohnsitz in Einswarden nehmen.


Der Verkauf sei seit der Beauftragung durch die Kirchengemeinde im Frühjahr relativ flott erfolgt, sagt Matthias Janßen, Mitglied in der Geschäftsführung der Otto Boekhoff Immobilien GmbH (Nordenham). Es habe viele Interessenten sowohl für eine wohnliche als auch für gewerbliche Nutzung gegeben – auch aus dem Nordenhamer Stadtgebiet.

Auf Nachfrage bestätigte der Makler, dass ein Nordenhamer Interesse hatte, die ehemalige Kirche als kleine Halle für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen zu nutzen.

Zwei Kirchen in der Nähe

Die Kirchengemeinde hatte sich bereits im Frühjahr vergangenen Jahres dazu entschlossen, die Friedenskirche zu verkaufen, weil es seit der Streichung der Pfarrstelle in Einswarden im Jahr 2005 immer schwieriger geworden war, vor Ort Gemeindeleben aufrecht zu erhalten. Die Unterhaltungskosten für das kaum noch genutzte Gebäude wurden zu hoch. Die Kirchen in Blexen und Friedrich-August-Hütte liegen nur jeweils drei Kilometer entfernt.

Dennoch hatte Jutta Molitor, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, am Montag nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages ein mulmiges Gefühl. „Aber die Käufer sind nette Leute, die hier leben und das Haus beleben möchten und das ist es, was sich die Gemeinde gewünscht hat.“

Ähnlich Pfarrerin Anke Claßen: „Für den Stadtteil ist es schade, dass es diese Kirche nicht mehr gibt. Das ist ein Verlust. Der Verkauf ist aber ein notwendiger Schritt.“

Adelheid Rincon und Faustino Rincon-Martinez strahlen: „Wir sind sicher, dass wir daraus etwas Schönes machen werden – zum Wohnen.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Hoffen auf reges Interesse für die Schmetterlingswochen: Landschaftsökologe Felix Närmann (l.) und Thorsten Kuchta von der Geschäftsstelle Masterplan Ems 2050.

SCHMETTERLINGSWOCHEN IN MOORMERLAND Forschungen förderten eine große Vielfalt an Faltern zutage

Axel Pries
Moormerland
Fordert Verbesserungen für die Opfer des SED-Regimes: Evelyn Zupke (62), frühere Bürgerrechtlerin und SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag

STREIT UM ANGEKÜNDIGTE VERBESSERUNGEN Warum SED-Opfer der Bundesregierung „Wortbruch“ vorwerfen

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Der Klosterpark Oestringfelde ist sozusagen die „grüne Lunge“ von Schortens und beliebtes Ausflugsziel. Dort stehen unter anderem mehrere alte Eiben.

FÖRDERMITTEL FÜR KLOSTERPARK Juwel der Stadt Schortens soll mit 1,387 Millionen Euro weiterentwickelt werden

Jeversches Wochenblatt
Schortens
„Darüber müssen wir nochmal reden“
Pro-palästinensische Proteste vor der US-Botschaft in Jakarta (Indonesien): Im Hintergrund ist das KI-generierte Bild „all eyes on Rafah“ zu sehen. Dieses geht zurzeit in den „sozialen Medien“ viral.

KOLUMNE ZU „ALL EYES ON RAFAH“-KI-BILD Erst recherchieren, dann teilen

Luise Charlotte Bauer
Der ehemalige Geschäftsführer des Klinikums Wilhelmshaven, Reinhold Keil.

PROZESS GEGEN WILHELMSHAVENS EX-KLINIKUMS-GESCHÄFTSFÜHRER Fehlende Qualifikation bei Bewerbung nicht überprüft

Lutz Rector
Wilhelmshaven