Wiefels/Bremen - So recht verstehen kann der 18 Jahre alte Patrick den Rummel, den er ausgelöst hat, nicht. „Ich wollte das ganze eigentlich für mich behalten“, sagt er. „Ich wollte meine Kollegen nicht verpfeifen – wir sind doch alles gute Kumpel“, meint er.

Doch was als Spaß unter Auszubildenden begann, wurde bitterer Ernst: Patrick wurde am Freitagnachmittag während einer Pause in der Kfz-Werkstatt des Abfallentsorgungsunternehmens Nehlsen in Wiefels (Kreis Friesland) von einem 17-Jährigen und zwei weiteren Kollegen mit Kabelbindern an einen Lastwagen gefesselt. Dann wurde er mit einem hochentzündlichen Bremsenreinigungsmittel besprüht und angezündet (die NWZ  berichtete).

„Zunächst habe ich das als Spaß empfunden“, sagt er. Doch als seine Hose brannte, sei er in Panik geraten. „Da habe ich mich losgerissen.“

Statt die Werkstattleitung und die Polizei zu informieren, ging Patrick nach Hause. Seine Eltern waren entsetzt und schockiert. Erst auf Drängen des Unternehmens ging Patrick am Montag zur Polizei.

Der Haupttäter und zwei andere Lehrlinge seien beurlaubt worden, sagte der Pressesprecher des Abfallentsorgungsunternehmens Nehlsen, Michael Drost. „Für uns ist das kein Kleinjungenstreich.“ Über weitergehende Konsequenzen werde nach den Ermittlungen der Polizei entschieden. Die könnten bis zur Kündigung reichen.


Patricks Mutter und ihr Mann zeigten sich geschockt von der Aktion der Auszubildenden. „Wir können uns das nicht erklären“, sagte die Frau.

Zum Verhalten des Haupttäters sagte Patrick: „Er stand da und konnte sich nicht mehr halten vor Lachen.“ Bisher habe es noch keine Entschuldigung gegeben. Ein zweiter Lehrling sei unbeteiligt dabei gewesen, den dritten Azubi habe er erst am Ende des gut zehnminütigen Vorfalls wahrgenommen. Streit oder Mobbing gab es in der Gruppe zuvor nach Patricks Angaben nicht. „Er war ein guter Kumpel von mir“, sagte der 18-Jährige über den jungen Mann, der ihn in Brand steckte.

Die Polizei teilte nach der Befragung der Beteiligten am Dienstag in Wilhelmshaven mit, die jungen Männer hätten versichert, dass keiner die Absicht hatte, jemanden zu verletzen. Die Beamten ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung.