Grabstede - Stück für Stück kommen Erinnerungen an frühere Sommerfreuden zu Tage. Die alte Badeanstalt in Grabstede wird in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bockhorn, dem Landkreis Friesland als Unterer Naturschutzbehörde und der Dorfgemeinschaft Grabstede zum Biotop hergerichtet. Gerade wurde das Becken freigelegt und ausgebaggert, samt Stufen, über die früher die Schwimmer ins Wasser stiegen.

Jetzt traf sich Anna Wiersbinski vom Landkreis mit Helmut Tetz und Hartmut Kaempfe von der Dorfgemeinschaft sowie Enno Brunken, Fachmann für solche Erdarbeiten, am Beckenrand, um die weiteren Pläne zu besprechen. Einhellige Ansicht: „Alles ist vorbereitet, wir können die Bepflanzung vorbereiten.“

Die rechte Seite von der Straße aus soll so bleiben, wie sie ist, bei der linken soll zunächst abgewartet werden, was da wächst. Mit einer Rotdornhecke soll der frühere Beckenbereich abgegrenzt werden, „damit die Leute nicht reinspringen“, wie Tetz sagte.

1966 war der Badebetrieb untersagt worden, seitdem lag der einstige Dorftreffpunkt in stiller Einsamkeit. Der Sprungturm stand noch lange, jetzt ist er umgefallen; aber die Beckeneinstiegstreppen an den Seiten sind zu sehen. Auch die Rutsche ist weg, Kaempfe und Brunken können sich noch genau an den Standort erinnern.

Nun soll sich auf dem Gelände ein Kleingewässer entwickeln, Lebensraum für Amphibien, Laichgewässer und Rückzugsort für die Natur. Helmut Tetz berichtete, dass die Jugendfeuerwehr Grabstede die Patenschaft für das Biotop übernehmen will: „Sie wird das Gelände behutsam pflegen und zum Beispiel auch Nistkästen für Vögel aufhängen.“


Vom Eingang aus wird ein Weg bis zur früheren Umkleidekabine angelegt, wo mit Schautafeln an die alten Zeiten erinnert werden soll. Vorne am Eingang werden Bänke aufgestellt, gebaut von der Handwerkergruppe um Erwin Fangmann. Helmut Tetz will alle Vereine im Dorf dazu aufrufen, sich an der Gestaltung der Anlage zu beteiligen. Anna Wiersbinski jedenfalls ist bester Dinge: „Vorher konnte man noch nichts sehen, aber jetzt nimmt alles Formen an. Es wird etwas richtig Gutes.“