Berne - „Ich wusste gar nicht, dass Udo Hilfers das alles ehrenamtlich macht“, wunderte sich Jutta Hellmann über dessen Engagement, als sie am Sonntag erstmalig mit ihrem Mann Werner der Berner Storchenstation einen Besuch abstattete. Das Ehepaar aus Vechta hatte vor 19 Jahren mit der Hilfe von Sponsoren einen alten A-Mast aufgestellt. Die Hoffnung, dass sich dort ein nistendes Storchenpaar niederlässt, gab die Familie nach vielen Jahren vergeblichen Wartens eigentlich schon auf. „Wir haben alles versucht, den imposanten Tieren die Nistmöglichkeit schmackhaft zu machen. Sogar weiße Farbe haben wir ins Nest gekippt, damit es von oben aussieht wie Kot“, verriet Jutta Hellmann, die umso begeisterter war, als es vollkommen unerwartet in diesem Jahr dann plötzlich mit dem Storchennachwuchs doch noch klappte.
Die „Storchentaufe“, zu der Udo Hilfers anreiste, um die drei Jungtiere zu beringen, wurde am 18. Juni gefeiert. Dabei sprach der Storchenvater auch die Einladung zu seinem Sommerfest aus, zu dem sich alle Freunde der schwarz-weißen Tiere jedes Jahr in der Glüsinger Storchenstation treffen.
Am letzten Sonntag war es wieder so weit und Storchenfreunde aus der Rotenburg, Osnabrück, Friesland und vielen anderen Ortschaften strömten in die Wesermarsch zum geselligen Fachsimpeln. Auch Anke und Rolf Götz gehörten dazu. Die beiden Braker kennen Udo Hilfers bereits gut, denn er hilft stets beim Saubermachen des Nestes von „Adelheid“ und „Friedel“ in der Nachbarschaft. Das sei bei dem Grundstück nicht mit dem Leiterwagen der Feuerwehr möglich, hieß es. Darum erledigen Udo Hilfers und Rolf Götz, der als Dachdecker keine Höhenangst kennt, diese Aufgabe gemeinsam mit der Leiter.
Während Hilfers 2015 als ein ausgesprochen gutes Storchenjahr ohne späten Kälteeinbruch und zu viel Nässe in der Brutzeit bezeichnet, habe es in dem Braker Nest nur ein Junges gegeben, erzählte Anke Götz. Das habe allerdings mit der etwas lahmen „Adelheid“, „Friedels“ zweiter Partnerin nach dem Verlust seiner ersten Storchenfrau, zu tun.
Zu den regelmäßigen Besuchern der Storchenstation gehört auch Hans Dieter Hohmeister. Der stellvertretende Delmenhorster Nabu-Leiter steht im guten Kontakt mit Familie Hilfers. Es sei ein großes Problem, dass in Delmenhorst die Wildauffangstation geschlossen habe. Immer wieder erhalte er bei Notfällen Anrufe von Bürgern, die er dann auf die Station in Rastede hinweisen müsse – ein Weg, den die wenigsten auf sich nehmen wollen, bedauerte er, um hinzuzufügen, wie wichtig die Arbeit der Storchenstation sei. Ohne Spenden oder den Förderverein sei diese Hilfe auch in Berne nicht möglich, betonte Udo Hilfers, der sich besonders freute bei seinem Sommerfest mit Ehepaar Hellmann zwei neue Mitglieder gewonnen zu haben.
