Ganderkesee - Die Sektgläser klirrten am Montagabend in der Faschings-Kostümbörse in der Ganderkeseer Rathausstraße: Helferinnen, Mitbegründerinnern und Unterstützerinnen der Einrichtung stießen auf das zehnjährige Bestehen an – und ließen Erinnerungen an die Anfänge und die stürmische Entwicklung des närrischen Textilhandels aufleben.

Sektgläser klirrten schon in der Geburtsstunde der Kostümbörse: Beim Plausch in der Büttenabend-Bar entwickelten Birgit Oetken, damals Pressesprecherin der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine, und Marita Kuhrke, die seinerzeit dem Büttenabend-Regieteam angehörte, die Idee, Faschings-Verkleidungen aus zweiter Hand einer Wiederverwertung zuzuführen. Auf Begeisterung stießen sie damit auch bei der Nordwest-Zeitung, die das Projekt von Anfang an unterstützte.

Zur Sessions-Eröffnung am 11.11.2007 gingen Marita Kuhrke, Renate Sommer, Brigitte Ewald und Claudia Thomann an den Start: In der Passage „Alte Eiche“, neben der Ganderkeseer NWZ -Redaktion, öffnete die Kostümbörse erstmals ihre Türen. Schon im Premierenjahr wurden 425 Kostüme und Teile angenommen – und größtenteils wieder verkauft.

Eine Erfahrung aus der ersten Kostümbörse war allerdings, nicht zu früh mit der Börse zu starten. „Die Zeit bis zum Umzug war zu lang“, weiß Elfriede Meyer, die im Herbst 2008 zum Helferinnen-Team stieß. Schon bei der zweiten Kostümbörse vor dem Fasching wurde das Programm daher gestrafft: Annahme und Verkauf liefen über jeweils zwei Wochen kurz vor dem Fasching um den Ring – bei diesem Konzept blieb es bis heute.

Kontinuierlich steigerte sich die Zahl der Kostüme: 2009 waren es 562 Teile, 2012 schon knapp 700, und der bisherige Rekord wurde bei der Kostümbörse 2014 verzeichnet: Mehr als 800 Textilien, Hüte, Perücken und weitere närrische Accessoires gingen über den Ladentisch. Dass die Resonanz immer stärker wurde, lag am wachsenden Einzugsbereich: Die Kostümbörse hatte sich einen Namen gemacht in der Region, auch aus Oldenburg, Wildeshausen oder der Wesermarsch suchten Kunden in Ganderkesee nach einer passenden Verkleidung für karnevalistische Veranstaltungen.

Nach mehrfachem Standort-Wechsel hat die Kostümbörse nun zum zweiten Mal in der Rathausstraße 19, im ehemaligen Kaufhaus von Seggern, ihren Platz gefunden. Dort wurden nach der kleinen Feierstunde die Kleiderständer wieder in Position geschoben – für den Verkauf, der am kommenden Montag startet.