Ganderkesee - Mauersegler sind bis auf eine helle Kehle grauschwarz gefärbt, haben sichelförmige spitze Flügel, einen kurzen Kopf mit einem extrem kleinen Schnabel und einen gegabelten Schwanz. Auffällig sind ihre schrillen Rufe („sriiiii, sirr“). Mauersegler werden oft mit Schwalben verwechselt, obwohl sie sich deutlich von ihnen unterscheiden.

Kein anderer Vogel bei uns ist so extrem an das Leben in der Luft angepasst. Mauersegler schlafen sogar im Fliegen, in einer Art Halbschlaf segelnd im Wind! Sie rasten nie am Boden und sind auch nicht von sich aus in der Lage, von einer ebenen Fläche wie einer Straße wieder loszufliegen. Kurzzeitig können die Vögel in einer Sekunde 40 bis 60 Meter zurücklegen. Die Nahrung besteht aus kleinen fliegenden Insekten, sogenanntem „Luftplankton“, das mit dem breiten Rachen „gekeschert“ wird. Die Jungen werden mit im Kropf gesammelten Insekten gefüttert. Ein Kropfinhalt kann bis zu 1500 Fluginsekten wie Blattläuse und kleine Fliegen enthalten.

Ursprünglich war der Vogel ein Bewohner von Felsenlandschaften und Baumhöhlen. Inzwischen leben Mauersegler fast ausschließlich im Siedlungsraum, oft in Kolonien unter Dachziegeln und Regenrinnen, in Jalousiekästen und Mauerlöchern sowie in Nistkästen.

Mauersegler sind Langstreckenzieher, die in Afrika südlich der Sahara überwintern und erst in den letzten Apriltagen oder Anfang Mai bei uns eintreffen. Nach dem Ausfliegen der Jungen ziehen die Mauersegler bereits wieder ab Mitte Juli bis Anfang August Richtung Süden.


Die Aktivität ist stark witterungsabhängig. Besonders morgens und vor Sonnenuntergang sind die Vögel in der Nähe der Nistplätze zu beobachten. Bei schlechtem Wetter können die Vögel großräumig mehrere 100 Kilometer vom Brutplatz entfernt auf Nahrungssuche gehen („Wetterflucht“). Sie kehren dann mehrere Tage lang nicht zum Nest zurück und bilden Schwärme von einigen 100 Vögeln. Mauersegler werden bis zu zehn Jahre alt. Jungvögel verbringen die ersten drei Jahre ausschließlich in der Luft, bevor sie zum ersten Mal brüten.

In Niedersachsen wird der Bestand auf etwa 25 000 Paare geschätzt. Nach einer Zunahme bis in die 80er Jahre, die parallel zum Wachstum der Städte erfolgte, geht die Art wieder zurück – eine Folge von Gebäudesanierungen und Neubauten, in denen geeignete Nistmöglichkeiten fehlen. Abhilfe können Nisthilfen mit einem Eingangsloch auf der Unterseite schaffen, wie sie auch der Nabu in Ganderkesee installiert hat.

Derzeit sind die Vögel in Ganderkesee gut zu beobachten, zum Beispiel an der Wittekind-Apotheke und am Richtweg, wo künstliche Nisthilfen angebracht worden sind. Über den genauen Bestand in der Gemeinde gibt es keine detaillierten Informationen. Wer Brutvorkommen entdeckt, wird gebeten sie zu melden bei Hartmut Lambracht, Marderweg 64, 27777 Ganderkesee, t   04222/77 49 247, E-Mail: hartwig.lambracht@gmx.net.