Elsfleth - Ein Relikt aus dem Gründerjahr hütet der Schützenverein Elsfleth seit mittlerweile 150 Jahren. Es handelt sich um eine kunstvoll gefertigte Spardose mit einem dünnen Henkel, die ein Elsflether Handwerksmeister 1864 angefertigt hat. Das gute Stück werde zwar wohl verwahrt, sagt der Vorsitzende Heinrich Gilster. Aber bei bestimmen Anlässen würde die kleine Spardose doch hin und wieder die Runde machen, um gefüllt zu werden.

Beim diesjährigen Schützenfest, das der Verein von Sonnabend bis Montag, 12. bis 14. Juli, feiert, wird die schmucke Spardose aber weggeschlossen. „Damit sie keinen Schaden nimmt“, merkt Heinrich Gilster an. Dafür kommen andere Schätze zum Einsatz. Da ist beispielsweise die kunstvoll gefertigte Traditionsfahne, die beim Festumzug am Sonntag vorweg getragen wird. Aufbewahrt wird auch sie im geräumigen Schützenhaus, das die Mitglieder weitestgehend in Eigenleistung errichtet haben. Lange sei der Verein ohne feste Bleibe gewesen, hatte sein Stammlokal durch einen verheerenden Brand verloren. Dabei seien auch viele Dokumente aus der Gründerzeit von den Flammen vernichtet worden, berichtet Heinrich Gilster. Ab 1988 sei dann das neuen Domizil bei der Stadthalle errichtet worden. Der offizielle Schießbetrieb sei 1992 im neuen Haus aufgenommen worden. Zwischenzeitlich hätten die Schützen in den oberen Räumen der Stadthalle ihrem Sport nachgehen können.

Wenn Heinrich Gilster auf die zurückliegenden Jahrzehnte blickt und sich auf den modernen Schießanlagen umschaut, erfüllt ihn das Erreichte mit Stolz. Die engagierten Mitglieder hätten den Verein auch in den schwersten Stunden am Leben gehalten, sagt er. Denn ohne ein intaktes Vereinsleben ist eine Gemeinschaft über all die Jahre nicht zu erhalten. Die rund 150 Mitglieder des Vereins wissen das zu schätzen.

An diesem Sonnabend beginnt nun das Fest zum 150-jährigen Bestehen. Viele Gäste werden erwartet. Zugesagt haben beispielsweise Elsfleths Bürgermeisterin Traute von der Kammer, der Vorsitzende des Kreissportbundes, Wilfried Fugel, und die Vorsitzenden zahlreicher Schützenverbände. Viele von ihnen werden auch an dem Festumzug teilnehmen, der am Sonntag, 13. Juli, um 15 Uhr vom Rathausplatz startet. Ziel ist das Festgelände an der Kaje. Erst einmal wird am Sonnabendabend aber im Festzelt gefeiert, wo die Housedestroyer Jan Meiners und Nils Janssen für Stimmung sorgen werden.

Bei der Proklamation des neuen Königshauses am Montag ab 20 Uhr und der Bekanntgabe der Sieger des Stadtpokalschießens wird das Festzelt noch einmal gut besucht sein. Die Spardose von 1864, das hat Heinrich Gilster versprochen, wird aber auch dann verschlossen bleiben. Schließlich sollen sich auch die nachfolgenden Generationen an ihr erfreuen können.

Ulrich Schlüter
Ulrich Schlüter Redaktion Brake