Wüsting - Bei den Landtagen Nord dreht sich vom 22. bis 25. August wieder alles rund um Landwirtschaft, Energie, Bau, Haushalt, Garten und Freizeit. Auf rund 13 Hektar Fläche warten auf die Besucher auch wieder einige Besonderheiten – darunter eine Modenschau im Festzelt mit den Landfrauen am Montag, 25. August, von 14 bis 16 Uhr.
Verträglich für die Haut
Mit dabei ist dieses Mal auch Anke Domaske. Sie wird dort mehrere Kleider präsentieren. Die Besonderheit: Sie sind aus Milchfaser hergestellt worden und sollen besonders verträglich für die Haut sein.
Auf die Idee, Kleidung aus Milch herzustellen, kam die junge Unternehmerin vor knapp drei Jahren, als ihr Stiefvater an Krebs erkrankte. „Er hat auf viele Stoffe allergisch reagiert. Ich wollte daher etwas Natürliches schaffen, ohne dabei die Umwelt zu belasten und habe mich an ein Verfahren aus den 30er Jahren erinnert, das zum Herstellen von Milchfaser aus Milchprotein verwendet wurde. Dieses habe ich immer weiter verfeinert“, sagt Domaske.
Drei Jahre hat die 31-Jährige am Forsa-Institut in Bremen geforscht und entwickelt, um herauszufinden, welche Maschinenteile für die Herstellung am besten geeignet sind. Inzwischen läuft die Testphase für die Massenproduktion, die, wenn alles klappt, in den kommenden Monaten starten soll. Etwa 100 Kilogramm Faser pro Stunde sollen dann in den Hallen von „Qmilk“ in Hannover hergestellt werden.
Für die Produktion werde jedoch nur Milch verwendet, die nicht mehr für den Verzehr geeignet ist, erklärt Domaske. „Im Jahr fallen von dieser sogenannten ,Non-Food-Milk‘ etwa zwei Millionen Tonnen an. Wir versuchen viele Landwirte als Partner zu gewinnen, die uns die Reste zur Verfügung stellen, damit sie nicht einfach entsorgt werden.“ Spezialisiert hat sich das Unternehmen auf Kleider für Frauen, aber auch Kosmetikartikel aus Milch werden produziert. Obwohl „Qmilk“ ein Frauenlabel sein soll, habe es auch schon Anfragen von Männern für spezielle Kleidungsstücke gegeben. „Wir produzieren momentan nur Kleider. Das ist aber noch ausbaufähig“, sagt Domaske.
Vergleichbar mit Seide
Was den Stoff so besonders mache? „Er ist am ehesten mit Seide vergleichbar, liegt geschmeidig am Körper, kratzt nicht und ist vor allem gut verträglich“, erklärt Domaske. Erfahrung in der Modebranche hat sie schon vor der Gründung von „Qmilk“ gesammelt. „Mit 19 habe ich mein erstes Modelabel gegründet, anschließend habe ich von 2003 bis 2009 Mikrobiologie an der Uni Göttingen studiert. Die Erfahrungen aus dem Studium kommen mir natürlich jetzt zugute.“
Was sie sich von der Modenschau am 25. August erhofft? „Dass ich neue Partner aus der landwirtschaftlichen Branche dazugewinne.“ Denn ein paar Liter „Non-Food-Milk“ werden für die nächsten Kleider sicher gebraucht.
